Siedlungsverein droht mit entsprechenden Maßnahmen

Aus Angst vor dem Verkehrskollaps: Widerstand gegen den Ausbau der Menzinger Straße

+
Mehr Schleich- und Durchgangsverkehr: Das befürchten die Mitglieder des Vereins „Siedlung Neulustheim“.

Menzing – Beim Siedlungsverein „Siedlung Neulustheim“ schrillen die Alarmglocken: Die Pläne für den Ausbau der Menzinger Straße nehmen Gestalt an und stoßen den Anwohnern sauer auf

Die Planungen zum Ausbau der Menzinger Straße (Hallo berichtete) werden konkreter – und damit auch die Ängste der Anwohner. Der Verein „Siedlung Neulustheim“, der 170 Mitglieder vertritt, droht nun Widerstand an. Die Befürchtung: „Die Menzinger Straße lässt sich nicht ausbauen, ohne dass das Viertel kollabiert“, sagen Berthold Bissinger und Florentin Messner vom Verein.

Florentin Messner (links) und Berthold Bissinger vom Siedlungsverein „Siedlung Neulustheim“.

Schon seit geraumer Zeit wird der Ausbau der schmalen Straße diskutiert. Betroffen sind zwei Stadtviertel auf einer Länge von insgesamt 1,5 Kilometer: Zwischen der Waldhorn- und Schlehenbuschstraße verläuft die Menzinger Straße auf Obermenzinger, weiter bis zur Finsterwalderstraße auf Untermenzinger Flur. Der Ausbauwunsch geht auf einen Antrag der Bürgerversammlung 2016 zurück.

Den zuständigen Bezirksausschüssen Pasing-Obermenzing (BA21) und Allach-Untermenzing (BA23) wurden nun weitergehende Informationen durch das Baureferat vorgelegt. Demnach müssten für den Ausbau zwischen der Waldhorn- und der Finsterwalderstraße von vier privaten Grundstücken rund 450 Quadratmeter Fläche erworben werden. Außerdem geht man im Referat davon aus, dass sowohl öffentliche als auch private, schützenswerte Bäume gefällt werden müssen. Beim Siedlungsverein schrillen deshalb nun die Alarmglocken. Die Vereinsvertreter fordern – wie auch der BA21 und der BA 23 –, dass die Bürger frühzeitig in die Planungen eingebunden werden.

Im BA 23 hoffen die Viertelpolitiker nach Vorliegen der Infos nun auf den Ausbau. Die Vorsitzende Heike Kainz (CSU) hält diesen für „langfristig absolut notwendig“. Fritz Schneller (SPD) sagte: „Wenn man den Zustand der Straße anschaut, ist der Ausbau sogar schnellstmöglich nötig.“

Die Mitglieder des Vereins hingegen befürchten vor allem, dass die Tempobegrenzung von derzeit 30 Stundenkilometern nach einer Verbreiterung der Straße fallen könnte. „Das trägt nicht zur Sicherheit im Viertel bei“, sagt Bissinger. Außerdem glauben er und Messner, dass dann auch mehr Schleich- und Durchgangsverkehr angelockt würde. Und nicht zuletzt fürchten sie eine lange Bauzeit mit entsprechenden Behinderungen und hohem Lkw-Verkehr.

Einziger Vorteil wäre ein Radweg, auf dem sich Radler sicherer bewegen könnten. „Das ist zu viel Aufwand für zu geringen Ertrag“, sagt Messner. Der Verein will nun die Pläne des Referats abfragen, seine Mitglieder informieren und „eventuell einen Widerstand dagegen organisieren“, sagt Bissinger.

Laut Baureferat haben weitergehende Planungen aber noch gar nicht begonnen. Das passiert laut Sprecherin Monika Großkopf erst, wenn die Grundstückskäufe abgeschlossen sind. Die Grundstücksverhandlungen führt das Kommunalreferat. Ob damit bereits begonnen wurde, konnte das Referat wegen eines Krankheitsfalles nicht sagen.

Andreas Daschner & Ursula Löschau

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Ungewöhnlicher Zwischenfall: Kind in Astgabel eingeklemmt – mehrere Rettungskräfte vonnöten
Ungewöhnlicher Zwischenfall: Kind in Astgabel eingeklemmt – mehrere Rettungskräfte vonnöten
Freiham: Studie zu Verkehrskonzept betrachtet Nachbarbezirke nicht
Freiham: Studie zu Verkehrskonzept betrachtet Nachbarbezirke nicht
Eröffnung im Juni: So wird der neue Pasinger Nachbarschaftstreff
Eröffnung im Juni: So wird der neue Pasinger Nachbarschaftstreff

Kommentare