Kinder stellen Raser

In der Manzostraße kontrollierten Viertklässler zusammen mit der Polizei

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Quirin, Sophie, Elina, Catherina, Almin und Analena (v.l.) unterstützten die Polizei.

Untermenzing - Als Verkehrsdetektive in gelben Warnwesten machten sie Autofahrer auf Fehlverhalten im Straßenverkehr aufmerksam: Viertklässler aus der Grundschule an der Manzostraße

„Wissen Sie, wir viele Kinder letztes Jahr in München bei einem Schulwegunfall verletzt wurden?“ Der junge Mann, der gerade zu schnell durch die Manzostraße gefahren ist, ist ganz schön verblüfft, als ihm Almin (9) und sein Freund Quirin (10) diese Frage stellen. Die beiden Buben tragen gelbe Warnwesten, gemeinsam mit anderen Viertklässlern aus der Grundschule an der Manzostraße sind sie heute als Verkehrsdetektive bei einer Verkehrskontrolle der Polizei dabei. Bei der Manzoschule gibt es immer wieder Beschwerden wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen, ein Ortstermin ist schon geplant.

Das Besondere an der Aktion heute: Die Kinder sprechen Autofahrer direkt auf ihr Fehlverhalten an. „Das hat eine andere Wirkung, als wenn wir kontrollieren“, erklärt Polizeikommissar Sebastian Schmöckel. „Es ist unangenehmer, sich vor einem Kind rechtfertigen zu müssen.“ Die Moosacher Polizeiinspektion plant deshalb, solche Aktionen häufiger an den Schulen im Viertel durchzuführen.

Der Mann, mit dem Almin und Quirin gerade sprechen, war mit 42 Stundenkilometern in der 30er-Zone unterwegs. Dass es 115 Münchner Kinder waren, die 2017 auf dem Schulweg verletzt wurden, wusste er noch nicht. Aber er verspricht: „Es tut mir leid, es wird nicht mehr vorkommen.“ Ein bisschen aufgeregt sei er schon gewesen, erzählt Quirin nach dem Gespräch: „Aber der Mann war ja nett.“ Nicht alle sind so einsichtig. Analena (10) und Elina (10) reden mit einem Mini-Fahrer an, der nicht nur zu schnell unterwegs ist, sondern auch noch nicht angeschnallt war. Er zeigt sich relativ unbeeindruckt. „Und er hat keine Gründe genannt“, ist Analena ein bisschen enttäuscht.

Zwei Stunden dauerte die gemeinsame Kontrolle von Polizisten und Kindern an der Manzoschule. 18 Autos waren in dieser Zeit zu schnell unterwegs, der schnellste mit 52 Stundenkilometern. Davon kamen elf mit einer mündlichen Verwarnung davon, die anderen sieben müssen eine Geldstrafe zahlen. Doch es gab auch gegenteilige Fälle: Zwei Autofahrer bekamen sogar ein extra-Lob von den Kindern: Sie haben sich besonders genau an Tempo 30 gehalten. cla

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