Stadt genehmigt Wohnen-für-Alle-Siedlung an Erwin-Schleich-Straße

Können die Bagger bald kommen?

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Nur eines könnte den Baubeginn Anfang 2019 noch infrage stellen: eine Klage gegen die Baugenehmigung. Die Anwohner, die seit fast zwei Jahren gegen das Projekt kämpfen, drohen damit.

Allach – Die Petition der Bürgerinitiative Franz-Albert-/Erwin-Schleich-Straße an den Landtag ist gescheitert. Die Stadt erteilte jetzt die Baugenehmigung für 51 Wohnungen nach dem Wohnen-für-Alle-Konzept

Auf der künftigen Erwin-Schleich-Straße und Zufahrt zum Baufeld sind schon Markierungen aufgebracht. Außerdem wurden Bäume am Zugang gefällt und gestutzt.

Die Gewofag hat jetzt die Baugenehmigung für 51 Wohnungen in einer Wohnen-für-Alle-Anlage an der Erwin-Schleich-Straße bekommen. Der Petitionsausschuss des Landtags ist zugleich nicht auf die Forderung der Bürgerinitiative, das Bauvolumen auf die Vorgaben des Bebauungsplans von 1994 zu reduzieren, juristisch eingegangen. Jetzt kann also nur noch eine Klage der Anwohner den Bau aufhalten. Und das ist nach Auskunft von Anwohnerin Cornelia Schwarz-Teuber nicht ausgeschlossen. „Wir warten noch die schriftliche Erklärung aus dem Landtag ab und sehen eine Klage als nächstmöglichen Schritt“, sagt sie.

Cornelia Schwarz-Teuber ist Anwohnerin der Erwin-Schleich-Straße.

Wenn niemand klagt, ist die Baugenehmigung nach Informationen von Gewofag-Sprecher Frank De Gasperi einen Monat nach der Zustellung bestandskräftig. Sobald das der Fall sei, werde das Projekt ab Anfang 2019 realisiert. Damit würde die Gewofag noch im Zeitplan liegen, der im Februar zusammen mit den überarbeiteten Plänen öffentlich vorgestellt wurde (Hallo berichtete).

Ein Lageplan der Wohnanlage.

Konkret: Bis Ende 2019 sollen auf einer Fläche von 1700 Quadratmetern acht Baukörper mit 51 Wohnungen enstehen. Davon sind 34 Wohnungen mit drei bis fünf Zimmern für Familien bestimmt. Geplant sind zweigeschossige Gebäude mit Satteldach und Keller. Zudem wird es 32 oberirdische Stellplätze, einen Gemeinschaftsraum und eine zentrale Spiel- und Aufenthaltsfläche für Bewohner und Nachbarn geben. „Die Durchgängigkeit zur bestehenden Grünfläche mit Spielplatz bleibt erhalten“, so De Gasperi. Einziehen werden je zur Hälfte anerkannte Flüchtlinge und Wohnungssuchende, die beim Amt für Wohnen und Migration registriert sind.

Cornelia Schwarz-Teuber ist Mitglied der Bürger­initiative (BI) Franz-Albert-/Erwin-Schleich-Straße und gehört zu den Unterzeichnern der Landtags-Petition. Darin wehrten sich die Bürger dagegen, dass die Stadt für das Wohnen-für-Alle-Projekt mehrere Befreiungen vom Bebauungsplan gewährt, unter anderem bei der Überschreitung von Baugrenzen. Wie der Anwalt der BI seinen Mandanten mitgeteilt hat, habe der Landtag dies zwar für erledigt erklärt. Dennoch gebe es Empfehlungen, die Stadt möge ihre Entscheidung überdenken und eine einvernehmliche Lösung finden. „Das heißt, unsere Petition ist nicht juristisch, sondern nur politisch gewürdigt worden“, so Schwarz-Teuber. Mehr möchte sie nicht sagen, solange vom Petitionsausschuss des Landtags noch nichts Schriftliches vorliegt.

Ursula Löschau

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