Ist die Paulaner Brauerei der Verursacher?

Jetzt stinkt’s den Allachern richtig

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Hilde Edelbauer deutet in die Richtung, aus der der Gestank ihrer Wahrnehmung nach kommt.

Allach - Im Viertel häufen sich in letzter Zeit die Beschwerden über Geruchsbelästigungen – Die Bürger machen die Paulaner Brauerei für den Gestank verantwortlich

In Allach häufen sich massive Beschwerden über zunehmende Geruchsbelästigungen. Als Verursacher vermuten die Bürger die noch relativ neue Paulaner Brauerei in Langwied. Denn: „So wie jetzt hat es noch nie gestunken“, sagt Hilde Edelbauer (81), die seit 42 Jahren im Stadtteil wohnt. Und der Gestank ist noch nicht alles: „Die Augen jucken und ich habe sofort einen Reiz in Hals und Nase“, klagt die Rentnerin. Ihre Forderung: „Die Stadt soll sich darum kümmern und herausfinden, woher das kommt.“

Damit hat das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) – aufgrund ihrer jüngsten Beschwerde – nach Auskunft von Sprecher Bernd Hörauf auch schon begonnen. „Das RGU ist mit der Brauerei in Kontakt und prüft darüber hinaus, ob es möglicherweise noch andere Ursachen geben kann“, teilt er auf Hallo-Anfrage mit.

Hilfreich bei solchen Ermittlungen sei die Mitwirkung von betroffenen Bürgern. „Dies kann anhand von Geruchsprotokollen geschehen, in der das zeitliche Auftreten und die Geruchsart festgehalten werden.“ Damit hat Edelbauer schon vor Wochen begonnen und festgestellt, dass es frühmorgens häufig am schlimmsten ist. Aber auch nachts und am Wochenende wird ihr mal durch chemischen, mal süßlichen Gestank der Atem geraubt.

Paulaner-Sprecher Johannes Rieger erklärt: „Wir kennen das Thema Geruchswahrnehmung, da auch das RGU auf uns zugekommen ist.“ Da die Brauerei ab Samstagmittag stillstehe und Beschwerden auch von Sonntagmorgen vorlägen, hält Rieger einen Zusammenhang jedoch für unwahrscheinlich. „Trotzdem haben wir unsere Prozesse überprüft und haben keinerlei Auffälligkeiten gefunden“, sagt er und ergänzt: „Gute Nachbarschaft ist uns wichtig.“

„Die gute Absicht allein ist nicht genug“, so Heike Kainz (CSU), Chefin des Bezirks­ausschusses (BA) Allach-Untermenzing. „Wir haben Beschwerden, dass es zu erheblichen Geruchsbelästigungen kommt – und nicht nur vereinzelt.“ Das entspreche nicht dem, was die Brauerei „bei allen bisherigen Anhörungen“ versichert habe. „Das ist nicht vertrauensfördernd. Da muss Abhilfe geschaffen werden.“

Ursula Löschau

GIRL definiert Geruchsbelästigung

Feste gesetzliche Grenz­werte für Geruchsbelästigungen gibt es nach Auskunft von Bernd Hörauf, Sprecher des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU), in Deutschland nicht. Bei der Beurteilung von Gerüchen gilt jedoch eine Richtlinie: die Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL). „Diese definiert relevante, erhebliche Geruchsbelästigungen in einem Wohngebiet als deutlich wahrnehmbare und einer Anlage eindeutig zuzuordnende Gerüche an mehr als zehn Prozent der Jahresstunden“, fasst Hörauf zusammen.

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