Schätze aus dem Keller...

Internationaler Museumstag: Hallo zeigt Münchens verborgene Kostbarkeiten in den Depots

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In der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) in Obermenzing lagern rund 25 Millionen Exponate.
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In der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) in Obermenzing lagern rund 25 Millionen Exponate.
Der Beutelwolf ist seit fast 100 Jahren ausgerottet. Er gilt unter Fachleuten als eines der bekanntesten Opfer der Ausrottung durch den Menschen.
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Der Beutelwolf ist seit fast 100 Jahren ausgerottet. Er gilt unter Fachleuten als eines der bekanntesten Opfer der Ausrottung durch den Menschen.
Das größte bisher bekannte Ei mit einem Rauminhalt von neun Litern stammt vom Madagaskar-Strauß. Er ist seit etwa 1700 ausgerottet. Bis heute werden in Madagaskar noch Bruchstücke der Eier gefunden. Weltweit gibt es knapp 100 komplett rekonstruierte Exemplare der Rieseneier.
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Das größte bisher bekannte Ei mit einem Rauminhalt von neun Litern stammt vom Madagaskar-Strauß. Er ist seit etwa 1700 ausgerottet. Bis heute werden in Madagaskar noch Bruchstücke der Eier gefunden. Weltweit gibt es knapp 100 komplett rekonstruierte Exemplare der Rieseneier.
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An einem Elefantenschädel lässt sich das Prinzip der Bionik (die Übertragung von Phänomenen der Natur auf die Technik) sehr gut demonstrieren: Teile des Schädelknochens sind in einer Art Leichtbauweise konstruiert. So ist der Knochen möglichst leicht und doch stabil. Diese Methode wird unter anderem im Flugzeugbau umgesetzt.An einem Elefantenschädel lässt sich das Prinzip der Bionik (die Übertragung von Phänomenen der Natur auf die Technik) sehr gut demonstrieren: Teile des Schädelknochens sind in einer Art Leichtbauweise konstruiert. So ist der Knochen möglichst leicht und doch stabil. Diese Methode wird unter anderem im Flugzeugbau umgesetzt.
Thassilo Franke (44) vom Aufbaustab des neuen Naturkundemuseums „Biotopia“ zeigt an einem Beispiel, wie sich zwei sehr unterschiedliche Tiergruppen auf dieselbe Verteidigungsstrategie spezialisiert haben, die Panzerkugel: links das Riesengürteltier (Säugetier) und ein Trilobit (Gliederfüßer, etwa 400 Millionen Jahre alt).
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Thassilo Franke (44) vom Aufbaustab des neuen Naturkundemuseums „Biotopia“ zeigt an einem Beispiel, wie sich zwei sehr unterschiedliche Tiergruppen auf dieselbe Verteidigungsstrategie spezialisiert haben, die Panzerkugel: links das Riesengürteltier (Säugetier) und ein Trilobit (Gliederfüßer, etwa 400 Millionen Jahre alt).
Thassilo Franke mit einem Nest der Beutelmeise: „Es ist eines der schönsten Vogelnester und sehr flauschig“, erklärt der Botaniker.
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Thassilo Franke mit einem Nest der Beutelmeise: „Es ist eines der schönsten Vogelnester und sehr flauschig“, erklärt der Botaniker.
Professor Dr. Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München, möchte im neuen Naturkundemuseum „Biotopia“ endlich eine angemessene Präsentationsmöglichkeit für die Schmetterlingssammlung der ZSM schaffen. Diese ist mit rund 11 Millionen Objekten die größte weltweit. Zudem sind viele Exemplare wahre Schönheiten. „Hier trifft Optik optimal auf Wissenschaft“, sagt Haszprunar.
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Professor Dr. Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München, möchte im neuen Naturkundemuseum „Biotopia“ endlich eine angemessene Präsentationsmöglichkeit für die Schmetterlingssammlung der ZSM schaffen. Diese ist mit rund 11 Millionen Objekten die größte weltweit. Zudem sind viele Exemplare wahre Schönheiten. „Hier trifft Optik optimal auf Wissenschaft“, sagt Haszprunar.

Obermenzing: Das größte Ei der Welt, Präparate längst ausgerotteter Tiere und die weltweit umfangreichste Schmetterlingssammlung: In den Magazinen der Zoologischen Staatssammlung (ZSM) in Obermenzing schlummern Millionen spannender Objekte.

Sie schlummern in Magazinen, Kellern und Depots: Münchens geheime Museumsschätze! Etliche Raritäten bleiben den Besuchern verborgen – ganz einfach, weil der Platz fehlt, um sie angemessen zu präsentieren.

Was die Zahl bisher ungezeigter Kostbarkeiten angeht, liegt das Museum Mensch und Natur in Schloss Nymphenburg ganz vorn: Verteilt auf 26 Magazine in den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns lagern 35 Millionen Objekte, davon allein 25 Millionen in der Zoologischen Staatssammlung München (ZSM) in Obermenzing. „Wir haben so viele Schätze im Keller, die optisch geeignet sind, wissenschaftliche Themen verständlich zu transportieren“, sagt deren Direktor Professor Gerhard Haszprunar (60, Foto) und kann die Eröffnung des neuen, mehr als doppelt so großen Naturkundemuseums „Biotopia“ 2024 kaum noch erwarten. Die mit elf Millionen Exemplaren weltweit größte Schmetterlingssammlung der ZSM soll dort ebenso gewürdigt werden wie das bisher größte bekannte Ei, in München noch nie ausgestellte Riesenalke (seit 1844 ausgerottet) und ein Steinbock-Präparat.

Warum gerade Letzteres? Die Natur hat die Tiere so ausgestattet, dass sie sich beim Kampf nicht gegenseitig die Schädel einschlagen. „Die Stirn leitet die Schlagenergie am Hirn vorbei. Nach diesem Prinzip werden heute Formel 1-Wagen gebaut“, erklärt Hasz­prunar. Eines von unzähligen Beispielen, wie „Biotopia“ mit der Darstellung von Verhaltensweisen ein besseres Naturverständnis fördern möchte. Doch noch fristen die Steinböcke ein Schattendasein im Keller...

Zum Internationalen Muse­ums­­tag am 21. Mai stellen weitere Museums-Chefs ihre verborgenen Schätze vor. ul/mak

Lichtinstallation „Sonne statt Regen“ im Lenbachhaus

Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus: 

„Im Sommer 2003 hat der dänische Künstler Olafur Eliasson im Kunstbau der Städtischen Galerie im Lenbachhaus unter dem Titel ,Sonne statt Regen‘ diese faszinierende Licht­installation realisiert. ,Sonne statt Regen‘ geht auf die Beschäftigung des Künstlers mit Lichtphänomenen in der Natur zurück und macht den Raum neu erfahrbar. Leider können wir die Arbeit nicht häufig zeigen, da die ganze Längswand des Kunstbaus dafür mit einem dichten Netzwerk farbiger Neonröhren ausgestattet werden muss, die dann eine sich permanent verändernde Choreografie von Lichtbewegungen und Farbverläufen liefert, die von der intensiven Farbigkeit eines Sonnenuntergangs bis hin zu den subtilen Schattierungen weißen Lichts eine Bandbreite unterschiedlicher Lichtstimmungen erzeugt. 

Da der Sommer aber immer noch auf sich warten lässt, wünschen wir uns aber dennoch: Sonne statt Regen!“

Deutsches Museum: Tante ausgeflogen

Professor Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums: 

Das berühmte Flugzeug Tante Ju musste wegen Umbau ins Depot.

„Wir sind ja gerade dabei, unser Museum von Grund auf zu modernisieren und die Ausstellungen komplett zu überarbeiten. Deshalb ist unsere Flugzeug-Ikone, die Tante Ju, bei einer aufsehenerregenden Aktion demontiert und einmal quer durch die Stadt ins Depot gefahren worden. Das war ein bewegender Moment für alle, die dabei waren. Und die Tante Ju kommt ja schon im übernächsten Jahr zurück auf die Museumsinsel – dann, wenn unsere neuen Dauerausstellungen eröffnen. 

Natürlich hätte ich gern noch viel mehr Platz, um alle unsere Schätze ausstellen zu können. Aber der Sinn unseres Museums ist ja nicht nur, Dinge auszustellen, sondern auch, einmalige technische Meisterleistungen für die Nachwelt zu bewahren und zu erforschen – deshalb sind auch Objekte, die nicht ausgestellt werden können, sehr, sehr wichtig. Und wenn man zum Beispiel für eine Sonderausstellung einzelne dieser Stücke aus dem Depot holt, um sie in völlig neuem Licht zeigen zu können, ist auch das jedes Mal ein Erlebnis. So ein Depot ist wie eine Schatztruhe, die man öffnet – und dann jedes Mal wieder fasziniert vor den Schmuckstücken steht.“

Nationalmuseum: wertvolle Kännchen

Dr. Renate Eikelmann, Generaldirektorin des Bayerischen Nationalmuseums: 

„Die beiden vergoldeten Silberkannen wurden vorsichtig gereinigt und anschließend luftdicht eingeschweißt, damit sie nicht anlaufen. Im Depot warten sie nun auf ihren großen Auftritt. Ich freue mich sehr, dass sie im nächsten Jahr inmitten der kostbaren Sammlungen zur barocken Goldschmiedekunst in den frisch sanierten Museumsräumen wieder gezeigt werden können. Die beiden Gefäße entstanden um 1745 in Augsburg und bilden mit den zugehörigen silbernen Becken so genannte ,Lavabo-Garnituren‘, die in höfischen Kreisen vor und nach dem Essen zur zeremoniellen Handwaschung unentbehrlich waren.

In den Depoträumen des Museums lagern rund 1200 barocke Kunstwerke, darunter Elfenbeinobjekte, Porzellane, Gläser, Möbel und Kostüme, die in den Restaurierungswerkstätten für die neue Ausstellung gereinigt, restauriert oder konserviert wurden.“

Schaudepot mit 1000 Schätzen

Dr. Angelika Nollert, Direktorin der Neuen Sammlung: 

„Die Neue Sammlung, das weltweit älteste Designmuseum, wird 2018 ihr Schaudepot mit über 500 Quadratmeter eröffnen. Die rund 1000 ausgestellten Objekte werden über ungewöhnliche Kontexte und Assoziationen neue Betrachtungsweisen ermöglichen und eine andere Geschichte erzählen: von der Vielfalt, von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen, vom Prozess einer Idee und ihrer Realisierung.“ 

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