Wonach stinkt’s in Allach und wer ist schuld?

Gesucht: Schnüffler für den Stadtteil

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Ein penetranter Gestank raubt Hilde Edelbauer an der Wilhelm-Zwölfer-Straße seit August in regelmäßigen Abständen den Atem. Eine RGU-Mitarbeiterin war schon vergeblich vor Ort, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Jetzt hat ein Vertreter der Paulaner Brauerei seinen Besuch angekündigt.

Allach – Woher kommt der Gestank, der den Allachern seit Sommer den letzten Nerv raubt? Bei der Aufklärung sollen jetzt die Bürger helfen: Schnüffeln für den Stadtbezirk lautet die Devise!

Spürnasen aufgepasst: Der Bezirksausschuss (BA) Allach-Untermenzing ruft alle Bürger auf, bei der Suche nach der oder den Ursache(n) für die anhaltende Geruchsbelästigung im Stadtbezirk mitzuhelfen. Beschwerden sollen in den kommenden Monaten gebündelt an das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) bei der Stadt gerichtet werden, um dort analysiert zu werden. Denn: „Allgemeine Feststellungen helfen uns nicht weiter“, so das Fazit von BA-Chefin Heike Kainz (CSU).

Der Hintergrund: In den vergangenen Monaten haben sich zahlreiche Bürger über üble Gerüche im Stadtteil beschwert. Einige meldeten sich beim BA, ein paar beim RGU und einige direkt bei der Paulaner Brauerei in Langwied, welche viele für den Hauptverursacher der schlechten Luft halten (Hallo berichtete). Dazu gehört Hilde Edelbauer (81) aus der Wilhelm-Zwölfer-Straße. Sie klagt seit August darüber, dass in regelmäßigen Intervallen immer wieder „ein großer Schwall“ in ihre Wohnung dringe, der zu Reizungen in Augen und Nase führe. Geruchsbelästigungen gibt es auch am Gleichweg. Dort vermutet man, dass es mit den Abwässern aus der Brauerei zu tun haben könnte.

„Natürlich sind wir diesen Beschwerden nachgegangen. Wir wollen ein gutes Verhältnis mit unseren Nachbarn haben“, betont Unternehmenssprecher Burkhard Rüdiger. Bisher habe die Brauerei jedoch keine Zusammenhänge erkennen können. „Deshalb wissen wir auch nicht, wo wir ansetzen sollen.“ Das Abwasser zum Beispiel durchlaufe erst die eigene Kläranlage, bevor es in die Kanalisation komme. „Es ist sauberer als normales Haushaltsabwasser“, sagt er. Für den Gestank an der Wilhelm-Zwölfer-Straße hat er auch keine Erklärung. Zumal dieser auch sonntags auftritt, wenn in der Brauerei gar nicht gearbeitet wird.

Deshalb sollen jetzt möglichst genaue Daten (Ort, Zeit, Dauer, Art des Geruchs) Aufschluss geben. Meldungen nimmt das RGU ab sofort per E-Mail unter immissionsschutz-nord.rgu@muenchen.de oder unter der Telefonnummer 23 39 63 00 entgegen.

Ursula Löschau

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