Drastische Situation

Flüchtlinge auf Gleisen: Bundespolizei am Rangierbahnhof Nord immer häufiger im Einsatz

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Für viele Flüchtlinge ist am Rangierbahnhof Nord Endstation.

Allach: Wenn der Zug am Rangierbahnhof Nord zum Stillstand kommt, springen sie ab: Flüchtlinge, die nach München wollen.

Als illegale Passagiere auf einem der Güterzüge von Italien über den Brenner kommend, heißt ihre Endstation in Deutschland dann Rangierbahnhof Allach.

Im September waren es 79 Personen, im Oktober 85, im November 95, die die Bundespolizei dort aufgriff. Besonders drastisch war die Situation erst vor wenigen Tagen, als 13 Flüchtige auf einmal auf den Gleisen waren – darunter ein Kind mit sieben Jahren.

„Uns ist das Phänomen seit Oktober 2016 aufgefallen“, sagt Wolfgang Hauner von der Bundespolizei München. Anwohner oder Lokführer rufen als erste an, berichtet er, dann starten Einsatzkräfte, Hundeführer und Hubschrauber mit Wärmebildkameras, suchen nach den Bahn-Migranten.

Seitdem sich die Vorfälle häufen, werden stichprobenartige Kontrollen im Grenzgebiet vorgenommen, in Rosenheim wurde dafür extra ein Zuggleis ausgebaut.

Thomas Borowik von der bayerischen Bundespolizeidirektion München will keine detaillierten Angaben machen. Nur soviel: Seit November komme „ein trilateraler Probebetrieb“ zum Tragen, der die Einreise stoppen soll. Konkreter: In Zusammenarbeit mit der österreichischen und italienischen Polizei wird Deutschland schon auf italienischem Hoheitsgebiet tätig, um der illegalen Migration entgegenzuwirken, und nicht zuletzt um Leib und Leben der Migranten zu retten. In Bayern kamen bereits zwei Flüchtlinge durch Züge zu Tode. Sie dachten wohl, die außerplanmäßigen Betriebshalte seien das Ende der Reise.
mjh

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