Hirmerei: Diese Bürger drohen mit einer Klage gegen den Beschluss

„Erst die Straße, dann Wohnungen“

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Anwohner der Eversbuschstraße Nord wollen, dass vor dem bau der Hirmerei erst die Parallelstraße kommt.

Allach – Eine Horrorvorstellung für die Anwohner: Kürzlich wurden die Eckdaten für den Bau von 220 Wohnungen und einer neuen Trasse an der Bahn beschlossen – Steht jetzt eine Klage ins Haus?

Wenn sich morgens und abends der Berufsverkehr durch die enge Eversbuschstraße zwischen dem Karlsfelder Bahnhof zwängt, ist es besonders schlimm: „Es ist alles dicht. Man kommt nicht mehr aus seiner Einfahrt raus. Das grenzt an Freiheitsberaubung“, schimpft Margarete Helmer-Ritter. Der geplante Bau der Hirmerei mit bis zu 220 Wohnungen an der Eversbuschstraße Nord ist für sie und die Nachbarn in dem Allacher Viertel deshalb eine Horrorvorstellung. Es sei denn, die angedachte Parallelstraße entlang der Bahn wird zuerst gebaut. „Das ist unsere Bedingung. Sonst sind wir auch bereit, zu klagen“, sagt Elisabeth Krüger.

Der Bau der Parallelstraße ist für die Anwohner eine wichtige Bedingung, die vor Baubeginn der geplanten Wohnungen umgesetzt werden soll.

Anlass für die Aufregung ist der jüngste Eckdatenbeschluss des Stadtrats zu dem neuen Wohnquartier. Neben frei finanziertem und gefördertem Wohnungsbau sollen auf dem 2,4 Hektar großen Privatgelände auch Kindertageseinrichtungen und Erholungsflächen entstehen. An der Bahn und der Otto-Warburg-Straße sind als Lärmschutz fünf bis sechs Stockwerke geplant. Zudem wird auf Initiative von Viertelchefin und Stadträtin Heike Kainz (CSU)entlang der Bahn eine 20 Meter breite Trasse freigehalten. Dort könnte die bereits geplante Straße durch das Junkersgelände von der Ludwigsfelder Straße bis zur Eversbuschstraße Nord verlängert werden (Hallo berichtete). „Das wäre das einzig Positive an der Hirmerei. Sonst sind wir verratzt“, sagt Ria Betz. Doch: Wie viele ihrer Nachbarn glaubt sie nicht an den Bau dieses Straßenabschnitts. „Das Problem ist die Kostenübernahme. Der Bauherr hat sicher kein Interesse daran. Eigentlich müsste die Stadt dann zahlen“, erklärt ein Anwohner.

Im Eckdatenbeschluss wird die Stadt aufgefordert, die „Grobkosten“ für die Straße zu untersuchen und dem Stadtrat Mitte 2019 vorzulegen. Alternativ soll ein Fuß- und Radweg dort geprüft werden. Das ist für die Anwohner jedoch keine Option: „Die Straße muss zuerst fertig sein, allein schon für den Baustellenverkehr und dann zur Entlastung insgesamt“, so Ritter.

Ursula Löschau

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