Ärger um Kloster-Erweiterung

Eine Hiobs-Botschaft für das russisch-orthodoxe Kloster

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Pater Hiob deutet in Richtung des geplanten Erweiterungsbaus. Dieser ist dringend nötig, wenn die Bruderschaft weiterhin in Obermenzing bleiben möchte.

Obermenzing - Die Zukunft des Klosters des Heiligen Hiob von Pocaev ist ungewiss: Die Bruderschaft würde gerne bleiben, doch Stadt und Freistaat lehnen die Erweiterungspläne ab

Die Zukunft des russisch-orthodoxen Klosters des Heiligen Hiob von Pocaev an der Hofbauernstraße in Obermenzing ist ungewiss. Die Bruderschaft braucht mehr Platz und möchte erweitern, stößt mit ihren Plänen bei der Lokalbaukommission (LBK) der Stadt und der Bayerischen Schlösserverwaltung aber auf bürokratische Hürden. Deshalb sagt Pater Hiob (36), Sprecher der Bruderschaft: „Wir schauen uns jetzt auch nach einem alternativen Standort um München herum um.“ 

Dieser Entwurf zeigt die geplanten Umbaumaßnahmen. Somit soll mehr Platz für die Bruderschaft geschaffen werden.

Die derzeit neun Mönche wohnen beengt unter dem Dach und arbeiten in provisorischen Werkstätten. „Wir haben einen bestimmten Raumplan. Den müssen wir umsetzen können, um hier eine Zukunft zu haben. Sonst macht das Ganze keinen Sinn“, erklärt Pater Hiob. Dazu gehören: Wohnräume plus Küche für rund 20 Mönche und etwa zehn Gäste nebst repräsentativen Räumen sowie eine neue Kirche, „die nach orthodoxen Maßstäben zugeschnitten ist“. 

Die jetzige Kirche samt Kloster ist seit 1946 in einem einstigen Jugendheim aus der Hitlerzeit untergebracht. Dieses Gebäude steht mittlerweile unter Denkmalschutz, was einen Umbau erschwert.

Die jetzige Kirche samt Kloster ist seit 1946 in einem einstigen Jugendheim aus der Hitlerzeit untergebracht. Dieses Gebäude steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Gegen einen An- oder Erweiterungsbau sprechen offenbar jedoch verschiedene Gründe. LBK-Sprecher Thorsten Vogel nennt vor allem „die hochsensible Lage direkt am Landschaftsschutzgebiet“ im sogenannten Außenbereich. Der Flächennutzungsplan stelle dort eine Grünfläche dar. „Vorstellbar wäre nur eine behutsame Sanierung, bestenfalls in Verbindung mit einem kleineren Ergänzungsbau“, erklärt Vogel. Für eine größere Erweiterung oder einen Neubau würden die planungsrechtlichen Grundlagen fehlen. 

Die Schlösserverwaltung sorgt sich bei einem Bauprojekt vor allem um einen Erdwall mit Bäumen im Norden

Die Bayerische Schlösserverwaltung lehnt die bisherigen Entwürfe ebenfalls ab. Deren Hauptargument: der Verlust von Bäumen auf einem abschirmenden Erdwall nördlich des Klosters. „Dieser Wall wurde in den 50er-Jahren von unseren Brüdern angelegt, jetzt ist er den anderen heilig“, sagt Pater Hiob und ergänzt: „Im Moment sind wir ein bisschen am Resignieren.“ Wenn auch noch nicht ganz: „Wir werden mit dem Denkmalschutz sprechen und an die Politik herangehen. Wir wollen ja kein Casino bauen, sondern eine Kirche.“ 

Gleichzeitig halten die Mönche aber auch die Augen nach Alternativen offen. „Ich habe gehört, dass das Kloster in Altomünster aufgelöst wird. Unser Erzbischof möchte in nächster Zeit mal an Kardinal Marx schreiben“, deutet der Sprecher an. Derweil kündigen sich mit der warmen Jahreszeit weitere Probleme an: nächtlicher Partylärm von den angrenzenden Blutenburg-Wiesen. „Auch dem würden wir gerne mit architektonischen Mitteln begegnen“, so der Pater. ul

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