Neues Angebot des Alten- und Service-Zentrums

Eine Auszeit für Angehörige

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Gottfried B. kümmert sich liebevoll um seine Lebensgefährtin Barbara P., die an Demenz erkrankt ist. Als Selbständiger, der noch berufstätig ist, kann er aber nicht Tag und Nacht für sie da sein.

Obermenzing –  „Die Einrichtungen im Münchner Westen kommen der Nachfrage kaum hinterher“ – Um die die Angehörigen zumindest teilweise zu entlasten, bietet das ASZ eine Tagesbetreuung für Demenzkranke

Nach einem Treppensturz im September vergangenen Jahres war Barbara P.s (79) Gedächtnis wie ausgelöscht. Und nur wenige Erinnerungen kamen seitdem zurück. Dann die Diagnose: Demenz. „Ich konnte sie nicht mehr alleine lassen. Aber ich musste doch zur Arbeit“, schildert ihr Lebensgefährte Gottfried B. (71), der als Selbständiger noch berufstätig ist. Damals suchte der Obermenzinger Hilfe im dortigen Alten- und Service-Zentrum (ASZ) und bekam die Adresse eines Tagespflegeanbieters in Aubing. Näher war nichts frei. 

„Die Einrichtungen im Münchner Westen kommen der Nachfrage kaum hinterher“, weiß Lidiya Grubmüller vom ASZ Obermenzing. Deshalb startet dort im Februar ein neues Angebot: eine Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz.

Lidiya Grubmüller arbeitet im ASZ Obermenzing.

Los geht’s zunächst mit einem Tag pro Woche: Jeweils mittwochs von 10.30 bis 15.30 Uhr kümmern sich im ASZ an der Packenreiterstraße 48 eine Fachkraft und zwei Demenzhelfer um zehn bis elf Gäste. Bewegungsangebote, Gedächtnistraining und Verpflegung stehen auf dem Programm. „Wir holen die Menschen dort ab, wo sie gerade stehen, und versuchen, das Vorhandene zu aktivieren und zu fördern“, erklärt Grubmüller. Zugleich sollen pflegende Angehörige entlastet werden. „Die Krankheit ist für Angehörige sehr anstrengend. Sie müssen sich auch mal unbesorgt eine Auszeit nehmen können und sollen nicht denken, sie müssten immer alles alleine machen“, sagt die Sozialpädagogin, die im ASZ Obermenzing auch für präventive Hausbesuche zuständig ist.

Gottfried B. kann das nur bestätigen: „Man muss auch mal etwas für sich selber machen können.“ Da das bei ihm seine Arbeit ist, wäre das neue, eintägige Betreuungsangebot für ihn und seine Partnerin zwar nicht genug. Dennoch begrüßt er jede Verbesserung für Demenz-Betroffene. „Wichtig ist, dass man viel mehr darüber spricht, damit die Akzeptanz größer wird.“

Ursula Löschau

Näheres zur Tagesbetreuung erfährt man im ASZ Obermenzing unter Telefon 891 68 17 15.

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