Bürger und Bezirksausschuss fordern „Sicherheit für die Kinder“

Dauerrauschen ausbremsen: Tempo 30 auf der Pippinger Straße

+
Alexander Veith (hinten links), Tolga Erdogan (Mitte) und Sandra Miehling kämpfen für die Sicherheit der Kinder im Viertel.

Obermenzing – Lärm, dicke Luft und ein Auto nach dem anderen: „Gefühlt wohnt man an einer Autobahn mit durchgehendem Dauerrauschen“, sagt Anwohner Alexander Veith – und fordert Tempo 30

Alexander Veith (45) macht sich Sorgen um die Sicherheit und Gesundheit seiner Kinder. Schuld ist die hohe Verkehrs-, Lärm- und Schadstoffbelastung auf und an der Pippinger Straße. „Man glaubt, man wohnt an der Autobahn“, sagt der Obermenzinger und kämpft für eine Tempo-30-Zone südlich der Verdistraße. Einen ersten Etappensieg hat er dabei schon errungen: Der Bezirks­ausschuss (BA) Pasing-Obermenzing fordert mehrheitlich, die Pippinger Straße im Abschnitt zwischen der Ampel bei St. Wolfgang und der Theodor-Storm-Straße auf Tempo 30 zu begrenzen. „Ich meine, dass man in der gesamten Stadt zunehmend dazu übergehen wird, weil es in so komplexen Situationen wie hier in der Pippinger Straße für alle Verkehrsteilnehmer passender ist“, sagt Viertelchef Romanus Scholz (Grüne).

Die Pippinger Straße soll im Abschnitt zwischen St. Wolfgang und der Theodor-Storm-Straße auf Tempo 30 begrenzt werden.

Zumal 30er-Limits durch neue gesetzliche Grundlagen auch in Hauptverkehrs- und Vorfahrtstraßen nun leichter möglich sind, beispielsweise in der Nähe von Kindertageseinrichtungen. Auf dieser Grundlage hat das Kreisverwaltungsreferat dem Obermenzinger bereits eine „Einzelfallprüfung“ angekündigt. Die Einbindung der Pippinger Straße in eine Tempo-30-Zone komme aber nicht infrage, so die Stadt.

Der BA-Vorschlag wäre für Veith „schon ein großer Schritt in die richtige Richtung“. Der nächste müsste dann ein Gesamtverkehrskonzept für den Münchner Westen sein. „Wir haben die Probleme mit der Verkehrsbelastung ja nicht nur in der Pippinger Straße“, sagt er.

Ursula Löschau

Wo es Tempo-30-Zonen gibt

Die Straßenverkehrsbehörde unterscheidet zwischen 30er-Limits als Einzelmaßnahme und Tempo-30-Zonen. Letztere sind laut Mitteilung aus dem Kreisverwaltungsreferat nur möglich, „wo der Durchgangsverkehr von geringer Bedeutung ist“. Zudem müssen sie „abseits von Vorfahrtstraßen“ liegen und dürfen „über keine lichtzeichengeregelten Kreuzungen oder Einmündungen verfügen“. Wichtig sei auch ein „einheitliches Erscheinungsbild“, in dem ein „Zonenbewusstsein“ entstehen könne. Die Pippinger Straße erfüllt laut Stadt keine dieser Voraussetzungen.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

HOLIDAY ON ICE entdeckt ATLANTIS
HOLIDAY ON ICE entdeckt ATLANTIS
Die Handball WM 2019 in München
Die Handball WM 2019 in München
Wohnzimmer und Fort: Flo* eröffnet Kulturtreff fürs Viertel
Wohnzimmer und Fort: Flo* eröffnet Kulturtreff fürs Viertel

Kommentare