Bezirksausschuss will zweiten Lesetreff – doch es gibt ein Problem

Ein Bücherschrank für Obermenzing

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Der Bücherschrank vor dem Pasinger Rathaus ist sehr beliebt.

Obermenzing – Den Stadtbezirk aufwerten und gleichzeitig die Bürger zum Lesen und Austauschen animieren: Ein Bücherschrank könnte das ermöglichen – doch es gibt ein Problem

Obermenzing soll einen Bücherschrank bekommen. Das hatte die SPD in einem Antrag gefordert und darüber waren sich alle Mitglieder im Bezirksausschuss einig.

Als möglichen Standort schlug die SPD die Fläche neben der Litfaßsäule an der Verdistra­ße 45 vor. Trägerverein könnten das Kulturforum München-West oder der Verein Wohnhilfe sein. Das müsse man allerdings noch klären, meinte SPD-Fraktionssprecherin Constanze Söllner-Schaar. Der Schrank auf dem Vorplatz des Pasinger Rathauses sei ein „Publikumsmagnet“, so Söllner-Schaar.

Ihre CSU-Kollegin Maria Osterhuber-Völkl stimmte zu. Sie könne sich in Obermenzing gleich an mehreren Stellen Bücherschränke vorstellen. „Ich denke zum Beispiel an den Umgriff von Schloss Blutenburg oder bei der Kirche Leiden Christi.“

Allerdings sah Söllner-Schaar ein Problem: Pro Stadtbezirk sei ihres Wissens nur ein Bücherschrank erlaubt. Das konnte Osterhuber-Völkl nicht glauben: „Es ist doch keine Verschandelung, sondern man sieht doch im Gegenteil, wie der Schrank den Platz vor dem Rathaus aufgewertet hat.“

Doch Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats, betätigte auf Hallo-Anfrage: „Nach den geltenden Sondernutzungsrichtlinien ist tatsächlich nur ein offener Bücherschrank pro Stadtbezirk erlaubnisfähig.“ Allerdings sei es geplant, diese Richtlinie zu ändern.

Karl-Heinz Wittmann (Freie Wähler) hatte einen Vorschlag, um dieses Problem schneller zu lösen: „Wir stellen ihn einfach auf die Stelle am Durchblick, auf der immer der illegale Kleidercontainer steht. Die Schlösser- und Seenverwaltung als Eigentümer hat sicher nichts dagegen und wir sind nicht auf die Stadt angewiesen.“ Der Bezirksausschuss forderte allerdings letztendlich die Stadt auf, möglichst schnell die Voraussetzungen für mehrere Bücherschränke pro Stadtbezirk zu schaffen.

Andreas Schwarzbauer

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