Wie die Bahn die Viertel veränderte

Ausstellung dokumentiert 150 Jahre Geschichte entlang der Linie München–Ingolstadt

Zwei Bahnbegeisterte: Ernst Rudolph (li.) und Armin Franzke.
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Zwei Bahnbegeisterte: Ernst Rudolph (li.) und Armin Franzke.
Der Bahnhof Allach im Wandel der Zeit: auf einer Postkarte aus dem Jahr 1914...
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Der Bahnhof Allach im Wandel der Zeit: auf einer Postkarte aus dem Jahr 1914...
... und auf Fotos von 1929 ...
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... und auf Fotos von 1929 ...
... und 1963.
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... und 1963.
Der Bahnübergang Heerstraße 1929
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Der Bahnübergang Heerstraße 1929
Der frühere Übergang Menzinger Straße, der 1982 aufgelassen wurde
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Der frühere Übergang Menzinger Straße, der 1982 aufgelassen wurde

Allach: Kirsch, Diamalt, Krauss und Junkers: alles Firmennamen, die Allach-Untermenzing prägten und auch für die Zukunft der Viertel wichtig bleiben.

Der Bahnabschnitt München-Ingolstadt feiert heuer 150. Geburtstag, und mit ihm der Allacher Bahnhof, der 1867 zu den ersten Stationen auf dieser Strecke gehört hat. „Durch den Bahnbau ging’s mit Allach und Untermenzing rapide aufwärts. Er war die Initialzündung für die Ansiedlung von Industriebetrieben und den damit verbundenen Siedlungsbau“, sagt der Stadtteilhistoriker Ernst Rudolph (81).

Zusammen mit dem Bahnexperten Armin Franzke (53) hat er die 150-jährige Geschichte des für München besonders wichtigen Streckenabschnitts bis Röhrmoos recherchiert. Die Ergebnisse werden auf Einladung des Bezirksausschusses Allach-Untermenzing ab 6. Oktober in Allach gezeigt.

Franzke betont: „Die Strecke ist bis heute eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen bundesweit.“ Und sie hat in 150 Jahren sowohl viele Veränderungen erlebt als auch ausgelöst. Das zeigt die Ausstellung auf 48 Plakattafeln mit vielen Plänen, Bildern und Fotos. Darunter sind laut Rudolph auch viele bisher nie gezeigte Motive aus öffentlichen und privaten Sammlungen.

Die Schau liefert viele Fakten für Stadtteil- und Bahninteressierte: Beispielsweise kamen die Züge auf der bis 1892 ein­gleisig betriebenen Strecke damals auf maximal 40 Stundenkilometer. Heute fährt der ICE auf dem seit 2005 viergleisig ausgebauten Abschnitt mit Tempo 200. Besonders in der Nähe des Allacher Bahnhofs siedelten sich Unternehmen an, die teils bis heute Arbeitsplätze oder für die Zukunft interessante Entwicklungsflächen bieten, darunter Kirsch und Söhne (1892), Diamalt (1902), die Lokomotivfabrik Krauss (1922) und Junkers (ab 1935). Auch das direkte Bahnhofsumfeld, der Oertelplatz, hat sich gewandelt. „Das Gelände diente bis etwa 1945 als Kiesgrube, die später mit Schlacke verfüllt und für unterschiedliche gewerbliche Zwecke genutzt wurde“, erklärt Rudolph. Aktuell entsteht dort ein völlig neues Stadtteilzentrum mit Geschäften, Bahnhofs- und Quartiersplatz.

ul

Die Ausstellung im Kesselhaus, Am Münchfeld 42, wird am Freitag, 6. Oktober, um 17 Uhr eröffnet. Sie ist bis Freitag, 20. Oktober, montags bis samstags von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen.

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