Vorlese-Opa in Untermenzing

Armin Kirscheneder hat 100 Enkel

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Armin Kir­schen­eder mit Lenny, Nora, Ella und Max in der Kinderkrippe an der Von-Reuter-Straße.

Untermenzing - Armin Kirscheneder hat alle Hände voll zu tun: Einmal die Woche liest er Geschichten in der Kinderkrippe vor - und liebt seinen Job, genau wie die Kinder ihn lieben

Wenn Armin Kirscheneder in Untermenzing unterwegs ist, kann es passieren, dass kleine Kinder ihm begeistert „Opa“ zurufen. Etwa 100 Kinder, um genau zu sein. Denn so viele kennen ihn von ihrer Krippe an der Von-Reuter-Straße 3a als Vorlese-Opa.

„Seit über drei Jahren komme ich jeden Mittwoch für ein bis zwei Stunden, um den Kindern vorzulesen und mit ihnen zu spielen“, erzählt der 80-Jährige. Jetzt will er andere Senioren ermutigen, seinem Beispiel zu folgen. Denn die Diakonie Hasenbergl, die neben der Krippe an der Von-Reuter-Straße neun weitere Kindertageseinrichtungen im Münchner Westen und Norden betreibt, möchte das Projekt auf alle ausdehnen.

Für Großvater Kirscheneder ist seine Arbeit etwas besonderes

Krippenleiter Michael Franz (33) erklärt: „Den Kindern tut’s gut, Kontakt zu Senioren zu haben. Viele haben keine Großeltern oder diese wohnen weit weg.“ Teils seien die Großeltern auch noch selbst berufstätig und hätten kaum Zeit. Kurzum: Er ist froh, dass sich dieses Angebot an der Von-Reuter-Straße quasi zufällig ergeben hat. „Ich habe meinen Zahnarzt gegenüber und fand das Gebäude interessant. Also hab’ ich mal durchs Fenster geschaut“, erinnert sich Kirscheneder. So kam der Obermenzinger mit der damaligen Leiterin ins Gespräch, wo­raus eine wöchentliche Vorlesestunde für Zwei- und Dreijährige entstand. „Mittlerweile bin ich so fest eingebunden, dass ich ein ganz schlechtes Gewissen habe, wenn mal irgendwas dazwischenkommt“, sagt der Großvater von drei eigenen Enkeln zwischen 12 und 21 Jahren.

Die Erfahrungen mit ihnen bringt er ebenso ein wie sein Wissen als ehemaliger Gärtner im Botanischen Garten. „Jede Pflanze dort ist speziell. Lauter Kostbarkeiten, die individuelle Pflege brauchen. Das ist hier bei den Kindern gar nicht so anders“, sagt er und fügt strahlend hinzu. „Da lebt man selbst wieder auf.“ Diesen Effekt kennt Michael Franz übrigens nicht nur von dem 80-Jährigen, der in die Krippe kommt, sondern auch von Besuchen mit Kindergruppen im nahegelegenen Hans-Sieber-Haus. Zusammen mit der Krippe an der Gruithuisenstraße wurden 2017 bereits erste Aktionen in dem Seniorenheim organisiert. Dieses Jahr sollen die Begegnungen weiter ausgebaut werden.ul

Vorlesestunde für Jung und Alt

Bei Interesse am Projekt: Die Kinderkrippe Von-Reuter-Straße lädt zu einer offenen Vorlesestunde mit Armin Kirscheneder am Mittwoch, 7. Februar, ab 14.30 Uhr ein. Anmeldung ist unter Telefon 5 52 73 29 10 erforderlich.

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