Allach

Allachs ältestes bürgerliches Haus

In diesem Gebäude an der Eversbuschstraße 159 befand sich einst ein Edelsitz. Heute wird es von Mietern privat und gewerblich genutzt.
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In diesem Gebäude an der Eversbuschstraße 159 befand sich einst ein Edelsitz. Heute wird es von Mietern privat und gewerblich genutzt.

Allach: Edelsitz, Kinderheim, Schulhaus, Polizeistation – Baudenkmal überrascht den Bezirksausschuss.

Das hat die Mitglieder des Bezirksausschusses (BA) Allach-Untermenzing doch ziemlich überrascht: Das Gebäude an der Eversbuschstraße 159 hat eine bewegte Geschichte, die bis 1621/22 zurückdatiert werden kann, und soll als Baudenkmal in die Denkmalliste aufgenommen werden. „Es kann als das stattlichste und älteste Profangebäude in Allach sowie auch als eines der ältesten außerhalb der Altstadt gesehen werden“, sagt Dr. Martin Klamt, Sprecher des Planungsreferats.

Dorothee Ott vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege kennt weitere Details. Demnach wurde das Gebäude, ein „zweigeschossiger Satteldachbau mit Schopfwalm nach Osten“, im 17. Jahrhundert als „Edelsitz“ oder „stattliches Wohnhaus“ genutzt. Ab 1779 war dort ein Kinderheim der „Mildtätigen Gesellschaft“ untergebracht. Später diente es laut Ott als Schulhaus und Polizeistation. Über das tatsächliche Alter und die Bedeutung des Hauses habe erst jetzt eine „vertiefte Untersuchung“ Aufschluss gegeben. „Auf den ersten Blick war das nicht unbedingt erkennbar“, erklärt die Sprecherin des Denkmalamts.

Daher auch die Überraschung im BA. „Man sieht es dem Gebäude nicht an“, sagt Ingrid Haussmann, Vorsitzende des Unterausschusses Kultur. „Optisch wirkt es nicht besonders erhaltenswert. Wir wüssten gerne, wie diese Einschätzung zustande kam“, sagt auch Viertelchefin Heike Kainz. Aus ihrer Sicht stand das Haus „schon immer ziemlich im Weg rum“. Denn es gehört zu den Gebäuden, die den Geh- und damit Schulweg an der Eversbuschstraße verengen. Mit Blick auf das geplante Kulturbürgerhaus war im BA auch schon die Rede von einem Abriss, um dort eine Bushaltestelle zu ermöglichen.

Die Aufnahme in die Denkmalliste kann der BA nicht verhindern. In seiner Stellungnahme macht er jedoch auf die Belange der Schulwegsicherheit aufmerksam. „Man wird später diese Interessen gegen die des Denkmal- und En­­sem­ble­­­schutzes ganz genau abwägen müssen“, so Kainz. ul

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