Planungsfehler: Kneipp-Anlage für Jahre stillgelegt

Allacher auf dem Trockenen

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Falk Lamkewitz (li.) vom BA und Fischereiaufseher Markus Edelberg in der stillgelegten Anlage

An der Kneipp-Anlage in Allach wird seit Jahren herumgedoktort. Jetzt wurde sie stillgelegt – auf unbestimmte Zeit, wie sich herausstellt. Das ärgert den BA

Neuer Ärger um die Kneipp-Anlage an der Servetstraße: Sie wurde nun stillgelegt und teils mit Kies aufgeschüttet – wie es bei einem Gespräch mit Fachleuten und Vertretern des Bezirks­ausschusses (BA) Allach-Untermenzing vereinbart wurde, um Zeit für Optimierungsmaßnahmen zu gewinnen (Hallo berichtete). Jetzt sieht es so aus, als müssten die Allacher dort jahrelang auf dem Trockenen bleiben. Denn das kleine Kneipp-Becken wird nun mit einem Großprojekt verknüpft. In einem Schreiben an BA-Mitglied Falk Lamkewitz (Grüne) erklärt das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU), „dass jegliche Umplanungen oder Vorschläge zur dauerhaften Sicherstellung der Wasserversorgung der Kneipp-Anlage erst nach Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (...) im Bereich der Wasserkraftanlage Allacher Mühle“ sinnvoll seien. „Das kann noch zehn Jahre dauern“, sagt Lamkewitz, der eine wesentlich einfachere Methode vorschlägt, um den Wasserstand in der Anlage stabil zu halten. „Mit einer Sensortechnik könnte man die Wasserhöhe kontrollieren und bei Bedarf dem Wehr melden, ob es rauf oder runter fahren soll“, sagt der Elektroingenieur mit dem Fachgebiet Regelungstechnik. Dazu müsse man kein Großprojekt an der Mühle abwarten. 

Diesen Vorschlag hat er inzwischen auch ans RGU geschickt. Die Reaktion: Auch das könne dann in einem „förmlichen Wasserrechtsverfahren“ geprüft werden. Zeitangabe? Keine. Ähnlich vage reagiert das Baureferat auf eine Hallo-Anfrage, wie lange die Anlage stillgelegt bleibe: „Wann die Anlage wieder in Betrieb gehen wird, kann momentan nicht abgeschätzt werden. Für eine Planung zur baulichen Veränderung müssen wasserrechtliche, naturschutzfachliche und weitere Aspekte geprüft und mit den zahlreichen Beteiligten und dem Bezirksausschuss abgestimmt werden“, erklärt Sprecherin Monika Großkopf. BA-Chefin Heike Kainz (CSU)sieht jetzt schon Klärungsbedarf. „Wir müssen uns überlegen, ob wir uns damit zufriedengeben wollen.“ Sie hat die Hoffnung auf eine schnellere und einfachere Lösung noch nicht ganz aufgegeben.ul

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