Der Letzte seiner Art

Allacher Hochbunker: Vom Schutz- zum Schülerraum?

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Der Hochbunker an der Franz-Nißl-Straße ist noch im Originalzustand erhalten. Er hat einen Keller und vier Geschosse.

Allach – Er ist der letzte noch im Originalzustand erhaltene Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg: Dieses Relikt will Stadtteilhistoriker Walter Demmel jetzt aus seinem Dornröschenschlaf wecken

Stadtteilhistoriker Walter Demmel will den Luftschutzbunker an der Franz-Nißl-Straße aus seinem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf wecken.

Die Allacher Firmenstandorte von BMW und Krauss-Maffei machten den Stadtteil während des Zweiten Weltkriegs zum potentiellen Ziel von Luftangriffen. Deshalb entstanden dort um 1941 drei Hochbunker. „Der letzte Überlebende seiner Art“, wie Walter Demmel von der Geschichtswerkstatt Allach-Untermenzing sagt, ist der Bunker an der Franz-Nißl-Straße. Er bot bis zu 380 Menschen Schutz. In der jüngsten Sitzung des Bezirks­ausschusses (BA) Allach-Untermenzing regte Demmel an, den Bunker unter Denkmalschutz zu stellen und öffentlich zu nutzen. „Zum Beispiel für die Schule, auch als Musikübungsraum wäre er mit seinen meterdicken Wänden geeignet“, sagt er.

Sowohl der Erhalt als auch eine schulische Nutzung kamen bei den BA-Mitgliedern gut an. „Das ist prinzipiell eine gute Idee“, findet Viertel-Chefin Heike Kainz (CSU). Sie möchte jetzt sowohl mit dem Eigentümer, dem Kommunalreferat, als auch mit Denkmalschutzvertretern über die Optionen sprechen.

Laut Birgit Unterhuber vom Kommunalreferat wurde der Bunker „noch nie anderweitig genutzt“. Denn es gibt ein Problem: „Der Grund, auf dem er steht, gehört zur einen Hälfte der Stadt und zur anderen der Kirche. Bislang sind die Verhandlungen zum Kauf dieser Hälfte nicht erfolgreich gewesen.“ Die beiden anderen Bunker wurden im Lauf der Zeit abgerissen oder umgebaut.

Ursula Löschau

Zwölf Hochbunker unter Denkmalschutz

Der frühere Hochbunker an der Lautenschlägerstraße wurde zum Hotel umgebaut.

Etwa 40 Luftschutzbunker, überwiegend Hochbunker, wurden bis Ende des Zweiten Weltkriegs in München errichtet. Zwölf der Hochbunker stehen unter Denkmalschutz. Dazu zählen die aktuell leerstehenden Gebäude an der Blumenstraße 22 und an der Hotterstaße 11 in der Altstadt sowie am Anhalter Platz 3 in Milbertshofen. Denkmalgeschützt sind auch der zum Wohn- und Geschäftshaus umgebaute ehemalige Hochbunker an der Ungererstraße 158 in Schwabing sowie das Gebäude an der Thalkirchner Straße 158 in Sendling, das seit kurzem von einem 1860-er-Fanclub als Vereinsheim genutzt wird.

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