Anwohner und Politiker kritisieren Baustelle an der Kastelburgstraße

Ärger über Baustelle

An der Kastelburgstraße entsteht derzeit eine neue Unterkunft für Wohnungslose. Die Baustelle sorgt unter Anwohnern und Lokalpolitikern für große Empörung. Vor allem stelle sie eine Gefahr für Kinder dar. Dieses Problem ist aber nicht das Einzige, was den Menschen sauer aufstößt.

Die Empörung über die Baustelle an der Kastelburgstraße ist groß unter Aubinger Anwohnern und Lokalpolitikern. Denn da, wo gerade ein Anbau für die schon bestehende Unterkunft für Wohnungslose entsteht, liegt ihrer Meinung nach einiges im Argen.

So finden Wolfgang Kress und Stefan Schüssler, zwei Nachbarn der Unterkunft: „Was da passiert, ist unhaltbar, zum Beispiel wegen der mangelnden Absicherung.“ Kress sagt: „Wir haben schon Kinder und Jugendliche auf der Baustelle herumlaufen sehen.“ Schüssler ergänzt: „Dank der Holz-Leichtbauweise, die da umgesetzt wird, wird der Bau nach zehn Jahren Schrott sein.“ Und nicht nur die Anwohner hadern mit der Baustelle.

Die Grünen-Politikerinnen Dagmar Mosch (vorn) und Barbara Ney zeigen, was auf der Baustelle ungesichert herumliegt: zum Beispiel rostige Nägel.

So sind die beiden Grünen-Politikerinnen Dagmar Mosch und Barbara Ney bei einem Orts­termin fassungslos: „Man kann einfach so über die Baustelle spazieren, hier ist nichts gesichert – gerade für Kinder ist das gefährlich“, ärgert sich Mosch an der zur Kronwinkler Straße gelegenen Baustellenzufahrt. Und noch etwas erzürnt sie und ihre Kollegin.

„Durch die Baustelle ist eine Freifläche verschwunden, die früher den Bewohnern der alten Unterkunft zur Verfügung stand“, erklärt Barbara Ney. „Das Sozialreferat hat daher versprochen, einen Teil der gegenüberliegenden Wiese als neuen Aufenthaltsort mit Bänken herzurichten. Das sollte eigentlich schon zum Sommer passieren. Dass sich noch immer nichts getan hat, ist ärgerlich, da die Menschen aus der bestehenden Einrichtung so keine Möglichkeit haben, im Freien zu verweilen.“ Das stört nicht nur die Grünen.

Ein Blick in die jüngste Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied: Dort nennt CSU-Stadtrat Johann Sauerer die Zustände an der Kastelburgstraße einen „Graus“. Und sein Partei­freund Sebastian Kriesel, der BA-Vorsitzende, fordert unter Applaus der Versammlung, die versprochene Aufenthaltsfläche auf der Wiese endlich herzurichten. Der Appell richtet sich an Sebastian Ehnes, den Sprecher des Amtes für Wohnen und Migration.

Er sagt dazu: „Wir sind auch nicht glücklich mit der aktuellen Situation. Leider haben die Planungen lange gedauert, wir stehen nun aber dicht vor einer Lösung. Es ist geplant, dass nächste Woche die zuständigen Landschaftsarchitekten ein Konzept vorlegen, mit dem die Aufenthaltsfläche im kommenden Frühjahr angelegt werden kann.“ Die Politiker besänftigt das nicht. „Wir brauchen keine Landschaftsplaner, sondern schnell diese Aufenthaltsfläche“, meint BA-Chef Kriesel.

Und was ist mit den Problemen auf der Baustelle?

„Ich habe das an die zuständigen Kollegen weitergeleitet“, sagt Sebastian Ehnes. Indes äußert sich auch Karl Rieder zu den Vorwürfen, er ist der Investor der Unterkunft.

„Holz ist genauso langlebig wie Beton“, meint Rieder erstens zur angeblichen Leichtbauweise. Und zweitens: „Ja, es gab Schwierigkeiten mit der Baustellenabsicherung, und zwar, weil die Zufahrt an der Kronwinkler Straße auch der Weg für die Feuerwehr ist. Deshalb kann man da kein Schloss anbringen. Ein im Notfall schnell zu öffnendes Gitter gibt es nun aber.“ Christopher Beschnitt

Auch interessant:

Meistgelesen

Kommentare