Dritte Chefin im Münchner Rathaus

Bürgermeisterin Verena Dietl ist seit 20 Jahren 1860-Mitglied

München: Verena Dietl bei einer Führung im Grünwalder Stadion – mit dabei in der Babytrage: ihr im August geborener Sohn.
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München: Verena Dietl bei einer Führung im Grünwalder Stadion – mit dabei in der Babytrage: ihr im August geborener Sohn.

Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl liebt Laim und die Löwen

  • Verena Dietl ist Münchens dritte Bürgermeisterin
  • Dietl (SPD) hat sich 18 Jahre lang im Bezirksausschuss Laim engagiert
  • Herzensprojekte: Schulbau, Digitalisierung - und der Ausbau des Grünwalder Stadions

München - Verena Dietl ist die neue 3. Bürgermeisterin  – mit 39. Ihre Vita klingt indes ein bisschen wie die eines Münchner Urgesteins: 18 Jahre im Bezirksausschuss, 12 Jahre im Stadtrat, 20 Jahre Mitglied beim TSV 1860.

Die SPDlerin ist in Laim  geboren, aufgewachsen und lebt heute noch dort: „Mein Urgroßvater ist in die Eisenbahnersiedlung gezogen – seitdem ist meine Familie mit Laim verbunden.“

München, Laim: Dietl ist seit ihrem 21. Lebensjahr im Bezirksausschuss

 Im örtlichen Bezirksausschuss hatte sie sich engagiert seit sie 21 Jahre alt war. „Damals hat mir der Vorsitzende Josef Mögele gezeigt, wie man auf Menschen zugeht, wie man Lösungen herbeiführt, wie schön Kommunalpolitik ist – man hat die Themen, die vor der Tür sind.“

Gerade hat Dietl allerdings ihr BA-Mandat zurückgegeben. Als 3. Bürgermeisterinist sie schließlich auch für die Bezirksausschüsse zuständig.

Genau wie für Schule, Sport, Soziales, Gesundheit, Kommunales sowie Kinder- und Jugendhilfe. Da will sie auch künftig verstärkt ansetzen: „Ich möchte gerne einmal im Monat eine offene Kinder- und Jugendsprechstunde im Amtszimmer einrichten – dass sie die Chance haben, auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen.“

Verena Dietls kleiner Sohn war von Anfang an mit im Münchner Rathaus dabei

Dietl, die soziale Arbeit und Politikwissenschaften studiert hat, sieht sich nicht nur wegen ihres beruflichen Hintergrunds dafür geeignet. Sie hat selbst zwei Söhne – einen Sechsjährigen und ein Baby, das im August geboren wurde. Vier Wochen später wurde sie SPD-Fraktionsvorsitzende.

„Damals habe ich ihn den ganzen Tag mit ins Rathaus genommen – er war sehr brav.“ Mittlerweile kümmert sich Dietls Partner um den Kleinen. „Momentan bringt er ihn mir in der Mittagspause ins Rathaus oder ich radle kurz heim – sonst sieht er mich gar nicht“.

Dietl: Corona soll Münchner Schulbauoffensive nicht einschränken

Zehn bis zwölf Stunden verbringt Dietl, die im Juni 40 wird, gerade im Rathaus. Sie muss sich in diverse Ausschüsse sowie Aufsichtsratvorsitze einarbeiten und sich mit den Folgen der Corona-Krise auseinandersetzen. „Priorisieren kann man erst, wenn wir sicher wissen, wieviel Geld genau wir die nächsten Jahre zur Verfügung haben.“

Für sie steht aber fest: „Ich sehe nicht, dass man finanziell was im Sozialbereich wegnehmen kann.“ Auch die Schulbauoffensive  hält sie für unabdingbar. „Es gibt Gebäude, die dringend sanierungsbedürftig sind. Und mir ist besonders das Thema Digitalisierung  wichtig. Die Krise hat aufgedeckt, wo man anders planen kann.“

Dietls Herzensprojekt: Der Ausbau des Grünwalder Stadions

Und dann gibt es eines ihrer Herzensprojekte, das sich gerade in der Überprüfung befindet: Der Ausbau des Grünwalder Stadionsauf über 18 000 Zuschauer.

„Es ist nicht der oberste Schwerpunkt“, gesteht die Anhängerin und Ex-Verwaltungsrätin vom TSV 1860. „Aber wir wollen langfristig daran festhalten. Es ist nach wie vor ein Stadion, das wir dringend brauchen für alle Mannschaften, die dort spielen - nicht nur für die Löwen.“

Maren Kowitz

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