Rechtslage

Diese Rechte haben Urlauber und Verbraucher in der Corona-Krise

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Viele Urlauber, die mit dem Flieger weg wollten, kommen nun nicht mehr in ihr Urlaubsziel. 

Die Verbraucherzentrale verrät, wer auf den Kosten für abgesagte Urlaube und Feiern sitzen bleibt

• Verbraucherzentrale gibt Tipps für Urlauber

• Wer zahlt für einen Flug bei einer Einreisesperre

• Was passiert bei einer geplanten Feier in einer Bar?

Verbraucherzentrale verrät, ob diejenigen, die Feiern oder Urlaube geplant haben auf ihren Kosten sitzen bleiben

Veranstaltungen dürfen nicht mehr stattfinden, Bars und zahlreiche Geschäfte müssen geschlossen bleiben, Länder verhängen Einreisesperren. Viele, die Feiern oder Urlaube geplant haben, sind nun verunsichert: Bleiben sie auf den Kosten sitzen? Julia Zeller  von der Verbraucherzentrale Bayern erklärt anhand von drei Beispielen, die uns Leser geschickt haben, welche Rechte Verbraucher nun haben.

• Geburtstagsfeier in einem Lokal 

Der Fall: Vier Freunde wollten ihren 30. Geburtstag gemeinsam in großer Runde feiern. Deshalb mieteten sie ein Ladenlokal in Sendling an, buchten Catering, einen DJ und einen Türsteher. Sie vereinbarten einen Mindestverzehr von 1200 Euro und luden rund 60 Gäste ein. Bereits vor der Ausrufung des Katastrophenfalls entschieden sie, die Feier wegen des Corona­virus abzusagen. Das Lokal verlangte daraufhin 50 Prozent des vereinbarten Mindestverzehrs, also 600 Euro. 

Das ist Rechtslage: „Vergangene Woche wäre die Absage in den Riskiobereich des Verbrauchers gefallen. Aber aufgrund der behördlichen Anordnung darf die Bar keine private Feier mehr anbieten. Damit liegt eine Vertragsstörung vor. Für die Location ist es jetzt unmöglich, die angebotene Dienstleistung anzubieten. Damit müssen die Freunde auch nichts bezahlen beziehungsweise haben Anspruch auf die Rückerstattung gezahlter Beträge. Auf eine Verschiebung der Feier kann die Bar nicht bestehen.“ 

• Kurzurlaub im Wellnesshotel 

Der Fall: Ein Ehepaar hat einen Kurzurlaub in einem Wellness­hotel im Bayerischen Wald gebucht. Weil dort keine Kinder zugelassen sind, sollten eigentlich die Großeltern auf den vierjährigen Sohn aufpassen. Um die Senioren, die zur Risikogruppe gehören, keiner Gefahr auszusetzen, wollte das Paar den Aufenthalt stornieren. Das Hotel verwies auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, wonach 80 Prozent der Kosten fällig geworden wären. 

Das ist Rechtslage: „Die Rechtslage ist aktuell nur klar für Gebiete, für welche eine Zugangsbeschränkung besteht. Hier können Reisende kostenlos stornieren. Allerdings will die Bundesregierung eine Regelung schaffen, nach der Übernachtungen im Inland nur bei notwendigen und ausdrücklich nicht touristischen Zwecken erlaubt sind. Damit dürften dann auch Reiseveranstalter und Anbieter von Übernachtungsangeboten gezwungen sein, die Reise abzusagen. Der Reisende hat dann Anspruch auf Rückerstattung des bereits gezahlten Reisepreises.“. 

• Flugreise nach Sri Lanka 

Der Fall: Eine Leserin wollte mit ihrem Partner noch diesen Monat nach Sri Lanka fliegen. Die Flüge hatten die beiden im Januar über ein Internetportal gebucht. Das Auswärtige Amt gab bekannt, dass Sri Lanka seit 15. März keine Deutschen mehr einreisen lässt. Die Fluggesellschaft bietet an, den Flug kostenlos umzubuchen oder einen Gutschein in Höhe des Flugpreises auszugeben. 

Das ist Rechtslage: „Wurde von einem Land ein Einreisestopp verhängt, können die Fluggesellschaften den Reisenden nicht mehr ans Ziel befördern. Damit kann die angebotene Leistung, also die Beförderung des Passagiers, nicht angeboten werden und der Passagier hat Anspruch auf Erstattung des vollständigen Ticketpreises. Die Leserin soll sich direkt an die Fluggesellschaft wenden, denn: Vertragspartner und gleichzeitig auch Ansprechpartner ist in der Regel die Airline selbst und nicht das Vermittlungsportal.“ Aber: Zeller empfiehlt, dass sich Unternehmen und Verbraucher stets um gemeinsame Lösungen bemühen sollten. 

Andreas Schwarzbauer

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