Münchner Autor ist mit neuem Roman zurück

Neuer Thriller mit Parallelen zu Corona - Münchner Autor Uwe Laub im Interview

Der Münchner Autor Uwe Laub hat einen neuen Wissenschafts-Thriller geschrieben.
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Der Münchner Autor Uwe Laub hat einen neuen Wissenschafts-Thriller geschrieben.

Der neue Wissenschafts-Thriller von Uwe Laub weist Parallelen zur Corona-Situation auf. Im Hallo-Interview spricht der Münchner Autor über sein neues Werk. 

  • Autor Uwe Laub aus München ist mit einem neuen Werk zurück.
  • Der Wissenschafts-Thriller "Leben" weist dabei Parallelen zur Corona-Situation auf. 
  • Im Hallo-Interview erklärt er unter anderem, ob diese zufällig sind. 

München - Eine den Globus betreffende Pandemie mit darauf folgenden Ausgangsbeschränkungen: Der neue Wissenschafts-Thriller des Münchner Autors weist Parallelen zur aktuellen Corona-Situation auf. Ob diese zufällig sind – und was sich bei unseren Kliniken und unserem Meldesystem ändern muss, verrät der Pharma-Experte (49) hier.

Der Autor Uwe Laub im Interview - Neuer Wissenschafts-Thriller "Leben" weist Parallelen zu Corona auf 

Herr Laub, als Sie das Buch geschrieben haben, hätten Sie sich da träumen lassen, wie aktuell die beschriebenen Zustände sein würden? 

Überhaupt nicht. Aber jeder, der wie ich in der Pharma­branche arbeitet, der weiß, dass es nicht die Frage ist, ob uns eine Pandemie trifft, sondern nur wann. Auch wenn es in meinem Buch ja um einen Pilz und nicht um eine Virus-Pandemie geht.

Sie sind aktuell in den USA. Wie ist dort aktuell die Stimmung in Bezug auf Corona? 

Mittlerweile sehr vergleichbar mit der in Deutschland. Anfangs war das anders. Hier kam alles zeitverzögert. Trump hat hier ja immer noch erstaunlich viel Rückhalt. Die Leute haben ihm geglaubt, dass er die Grenzen dicht machen und das Virus draußen halten kann.

Sie hatten es schon angesprochen: In Ihrem Buch ist ein Pilz der Auslöser der Katastrophe. Im realen Alltag eine unterschätzte Gefahr?

Pilze sind in der Lage, sich schnell an veränderte Umweltbedingungen anzupassen. Mutationen von Pilzen sind tatsächlich eine Folge des Klimawandels. Und jährlich sterben über 1,5 Millionen Menschen daran. Trotzdem gibt es keine Meldepflicht. Somit könnten solche Pandemien komplett unter dem Radar verlaufen. Dass eine Pandemie wie in China bewusst unter den Teppich gekehrt wird, das hätte selbst ich mir nicht träumen lassen.

Glauben Sie, dass sich in Sachen Meldepflicht von Pilz-Infektionen etwas ändern wird? 

Noch vor zwei Monaten hätte ich gesagt: schwierig. Nach Corona bin ich mir sicher, dass sich im Meldewesen im medizinischen Bereich einiges ändern wird. Und man muss erkennen, dass Kliniken nicht dazu da sind, um Gewinne zu erwirtschaften, sondern um Menschen gesund zu machen. Und dass wir zu wenige Pfleger und Arzthelfer haben und die auch noch zu schlecht bezahlt sind. Aber damit kein falscher Eindruck entsteht: Insgesamt sind wir in Deutschland im Gesundheitswesen gut aufgestellt.

In Ihrem Buch stellt ein Pharma-Gigant die eigenen Interessen über die der Allgemeinheit. Denkbar? 

Nicht insofern, als dass ein Heilmittel zurückgehalten wird. Aber dass große, börsennotierte Unternehmen zunächst auf die eigenen Erträge schauen – ich glaube, das könnte schon vorkommen. Man sieht ja aktuell, wie der Kampf um Impfstoffe sogar zwischen Ländern ausgetragen wird. Trump wollte ein Tübinger Unternehmen, das bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs sehr weit sein soll, übernehmen, damit er den ersten Zugriff darauf hat.

Uwe Laub im Interview - "Insgesamt sind wir in Deutschland im Gesundheitswesen gut aufgestellt."

Auch das Thema Überbevölkerung spielt in Ihrem Buch eine zentrale Rolle. Ist dieses Thema überhaupt in ethisch-moralisch vertretbaren Bahnen in den Griff zu bekommen? 

Es ist ein heikles Thema, das haben Sie schon richtig formuliert. Aber uns muss klar sein: Die Bevölkerung ist in etwa 200 Jahren von einer Milliarde auf acht Milliarden gewachsen. Gleichzeitig haben wir so viel Regenwald abgeholzt, wie davor in 10 000 Jahren nicht. Das alles ist ein riesiges Problem. Eine Lösung kann es nur gemeinsam mit Afrika und Indien geben. Vor allem Indien wird da unterschätzt – dort findet die eigentliche Bevölkerungs-Explosion statt. Die Bewegung „Population Matters“ versucht da mittlerweile durch Aufklärung und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu arbeiten. Dieser Ansatz ist sicher in Ordnung. Früher gab es da deutlich radikalere Forderungen.

Glauben Sie, das aktuell erzwungene Innehalten führt zu einem nachhaltigen Umdenken zugunsten unserer Erde?

Es wird bestimmt erst mal eine Trotz-Reaktion geben, aber mittelfristig glaube ich schon daran. Gerade, was Themen wie Homeoffice oder Telefonkonferenzen statt Flugzeugreisen angeht.

Viele der im Buch behandelten Parameter entstammen der Realität. Wie belastend war die Recherche dafür? 

Ich bin das ein oder andere Mal schon sehr deprimiert zurückgeblieben. Im Grunde weiß ja jeder, was auf der Welt passiert: Insektensterben, Todeszonen in den Ozeanen, abgeholzter Regenwald... Aber so ganz genau weiß man es dann eben doch nicht – und ist darüber manchmal ganz froh. Dabei ist es wichtig, dass sich die Bevölkerung und vor allem die Politiker das bewusst machen. Vor allem in Ländern wie USA und China. Und in Brasilien wird gerade mehr Regenwald abgeholzt und werden mehr indigene Völker ausgelöscht als je zuvor. Man darf die Hoffnung nicht verlieren, aber man muss es sich ins Bewusstsein rufen – genau das hoffe ich, mit meinem Roman zu schaffen.

Der Münchner Autor Uwe Laub - zur Person

Der Spiegel-Bestseller-Autor („Sturm“) hat selbst mehrere Jahre im Pharma-Außendienst gearbeitet und leitet seit 2010 ein eigenes Pharma-Unternehmen. Steckt also viel Uwe Laub im Protagonisten Fabian Nowack? „Ich bin geprüfter Pharma-Referent. Insofern steckt viel von meiner Erfahrung drin – wie Fabian unterwegs ist, wie er mit Ärzten spricht. Aber der Rest ist Fiktion“, betont der 49-Jährige. Heute hat er eine erwachsene Tochter und lebt mit seiner Frau und seinem Labrador „Marley“ die meiste Zeit in Großhadern, die Wintermonate über in Fort Myers in den USA. Wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen im Flugverkehr diesmal länger als je zuvor, weshalb auch dieses Interview telefonisch stattfand.

Wer jetzt Lust auf Laubs neuen Thriller bekommen hat, der kann bei der Hallo-Verlosung mitmachen und  eines von fünft Exemplaren gewinnen. 

Marco Litzlbauer

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