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Todespfleger-Prozess in München: Mord-Angeklagter legt Geständnis ab ‒ „Es tut mir von Herzen leid“

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Von: Jonas Hönle

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Zwei Krankenhausbetten in einer Klinik.
Mord-Prozess gegen mutmaßlichen „Todespfleger“ in München. © Bodo Schackow/dpa

Weil er vor seiner Schicht in einer Klinik in München oft Alkohol getrunken und einen Kater gehabt habe, soll der Pfleger zwei seiner Patienten umgebracht haben.

München ‒ Vor dem Landgericht München I hat der Prozess gegen einen mutmaßlichen „Todespfleger“ begonnen. Der Pfleger aus einer Münchner Klinik ist angeklagt, da er zwei seiner Patienten umgebracht haben soll.

Laut Anklage versuchte er außerdem, drei weitere Patienten zu ermorden. Weil er es bei zwei dieser Patienten mehrfach versuchte, zählt die Anklagebehörde insgesamt sechs Mordversuche.

Bei Todespfleger-Prozess in München - Mord-Angeklagter legt Geständnis ab

Bei Prozess-Beginn am Dienstag legte der Angeklagte ein Geständnis ab. „Ich hab da einen großen Fehler gemacht. Mir fehlen manchmal selber die Worte.“

Es sei nicht seine Absicht gewesen, dass jemand stirbt. Weil er oft vor seiner Schicht Alkohol getrunken und dann einen Kater gehabt habe, habe er einfach nur seine Ruhe haben wollen. „Ich habe sie ruhigstellen wollen.“

Der 26-Jährige sagte: „Es tut mir von Herzen leid.“

Die Staatsanwaltschaft München I hat den 26-Jährigen wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Die mutmaßlich ermordeten Patienten waren 80 und 89 Jahre alt.

Bei Schicht in Klinik Alkohol getrunken und Patienten getötet - Pfleger in München wegen Mord angeklagt

Die Tatserie fand laut den Ermittlern im Jahr 2020 statt. Einer der Patienten des Angeklagten war damals der - 2022 gestorbene - Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.

In ihrer Anklage geht die Staatsanwaltschaft von zwei Mordmerkmalen aus: Heimtücke und niedrige Beweggründe.

Der Pfleger soll die Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer auf der sogenannten Wachstation, einer Zwischenstation zwischen Intensiv- und normaler Station, ausgenutzt und sie sediert haben, damit er laut Anklage seine Ruhe hatte, um auf dem Handy zu spielen oder seinen Kater auszukurieren.

„Hierbei nahm er in Kauf, dass die Sedierung der Patienten tödlich wirken konnte“, teilte die Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung mit.

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