Trauriger Rekord

Zu viele Tiere, zu wenig Ruhe ‒ Was das Münchner Tierheim jetzt ändert

Das Münchner Tierheim ist extrem ausgelastet.
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Das Münchner Tierheim ist extrem ausgelastet.
  • Marie-Julie Hlawica
    VonMarie-Julie Hlawica
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Die Corona-Effekte in Tierheim München sind spürbar: Tierboom und immer mehr Dauersitzer. Um die Lage zu beruhigen, ändert der Verein unter anderem die Öffnungszeiten.

  • Trauriger Rekord im Tierheim München.
  • Zu viele Tiere und zu wenig Ruhe wegen Corona.
  • Der Verein ändert jetzt die Öffnungszeiten.

1076 Tiere warten derzeit im Münchner Tierheim auf ein neues Zuhause. Trauriger Rekord: Mit 100 Hunden, knapp 200 Katzen, zig Klein- und Wildtieren und vollen Quarantäne-Stationen ist es komplett ausgelastet. Bei der Mitgliederversammlung am Samstag, 23. Oktober, wird daher entschieden, was sich ändern muss.

Schon jetzt steht fest: Die Öffnungszeiten der Einrichtung im Münchner Osten werden geändert. Seit Corona finden Vermittlung und Beratung nur nach Terminvereinbarung statt. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht. Wir wollen zur täglichen Öffnung für Besucher nicht mehr zurück,“ sagt Sprecherin Kristina Berchtold.

Auch das neue Hundehaus, das im Dezember eröffnet werden soll, wird laut Sprecherin Kristina Berchtold keine echte Abhilfe schaffen.

Zu viele Tiere und zu wenig Ruhe im Tierheim München wegen Corona

Vor der Pandemie hätten manche Familien ihren Ausflug statt in den Zoo schlicht ins Tierheim verlegt: „Das wollen wir künftig vermeiden.“ Zwei geöffnete Tage pro Woche sind im Gespräch, auch der Samstag könnte als Besuchstag wegfallen. „Unseren Tieren und Mitarbeitern tut etwas mehr Ruhe auf dem Gelände sichtlich gut.“

Auch der aktuelle Rekordstand ist Thema der Versammlung. Denn: Obwohl im Dezember ein neues Hundehaus mit 60 Plätzen eröffnet, können trotzdem nicht mehr Tiere aufgenommen werden: „Der Bau ist nur Ersatz für die Quarantänestation von 1959, die zur Sanierung geschlossen wird.“

Dazu kommt: „Die Tiere bleiben seit Corona länger bei uns, weil weniger vermittelt wurde“, sagt Berchtold. Weil seitdem auch der illegale Handel mit Haustieren boomt – bis Ende September wurden etwa 1488 Welpen-Schmuggelfälle in Deutschland aufgedeckt – kümmern sich im Tierheim schon sechs Veterinäre um die Neuankömmlinge: von der Erstversorgung bis hin zu Impfungen, um die Tiere gesund an neue Besitzer abgeben zu können.

Aber viele davon werden zu Dauersitzern. „Wir dürfen aufgegriffene, in Bayern aber illegale Hunderassen, hier nicht weitervermitteln.“ Berchtold appelliert daher an die Münchner: „Überlegen Sie sehr gut, ob Sie ein Haustier wirklich bis zu seinem Lebensende halten können.“

Trotz der hohen Belastung wird das Tierheim bald wieder seine Angebote für Menschen, die Tiere lieben, aber selbst keines halten können, aufnehmen. Dazu zählen Führungen, Trainings für Gassi-Geher oder das Katzen-Sitten.

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