Parkchaos in Großhadern

Bürger startet Online-Petition und fordert Stellplätze für Anwohner

Kein freier Parkplatz in Sicht: Sebastian Hartmann hat deshalb eine Online-Petition gestartet.
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Kein freier Parkplatz in Sicht: Sebastian Hartmann hat deshalb eine Online-Petition gestartet.

Großhadern: Wer in Großhadern einen Parkplatz sucht, braucht Geduld - denn dort herrscht oft Parkchaos. Jetzt protestieren die Bürger dagegen.

Während der üblichen Arbeitszeiten ist es besonders voll: Wer in Großhadern parken will, braucht Geduld bei der Suche nach einem Stellplatz. „Am schlimmsten ist es zwischen 7 und 17 Uhr“, erklärt Sebastian Hartmann, Anwohner in der Heiglhofstraße. „Dann ist hier alles dicht.“

Mit einer Online-Petition fordert er die Einführung von Anwohnerparken. Er bezieht sich dabei auf die Heiglhofstraße, die Pfingstrosenstraße, Am Wiesenhang, die Waldgartenstraße, die Prälat-Wellenhofer-Straße, den Lupinenweg, die Wilhelm-Weitling-Straße und Teile der Sauerbruchstraße. „Die Straßen werden immer mehr als Pendlerparkplatz genutzt“, sagt er. „Es wird kreuz und quer geparkt und die Anwohner finden keinen Parkplatz mehr.“

Park & Ride-Parkplatz ausgelastet

Für Pendler gibt es zwar am U-Bahnhof Großhadern 308 kostenpflichtige Stellplätze auf einem Park & Ride-Parkplatz, doch die sind meistens belegt. „Er ist sehr gut frequentiert und komplett ausgelastet“, sagt Julia Bothe von der Park & Ride GmbH der Landeshauptstadt München. Eigentlich dürften nur Pendler, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln weiterfahren, dort parken. „Er wird aber oft zweckentfremdet von Bürgern, die ins benachbarte Klinikum gehen“, sagt Bothe. Es gäbe zwar regelmäßige Kontrollen, trotzdem halten sich nicht alle an die Regelungen.

Denn auf dem Klinik-Parkplatz ist das Parken teurer als auf dem U-Bahn-Parkplatz. Besucher zahlen ab einer Parkdauer von mehr als 30 Minuten einen Euro pro Stunde, am Tag sieben Euro. Die Gebühren gibt es seit Mai 2015. „Oberste Zielsetzung war, den Patienten und Besuchern des Klinikums Parkplätze näher am Haupthaus zur Verfügung zu stellen“, so Klinik-Pressesprecherin Irene Kolb-Micaud. Auch die Mitarbeiter müssen zu den Hauptzeiten zahlen, allerdings sei der Tarif für sie „deutlich günstiger“. Insgesamt stehen am Campus Großhadern 2 018 Stellplätze zur Verfügung, sie seien gut ausgelastet, sagt Kolb-Micaud.

Die Anwohner beklagen dennoch, dass nach der Einführung der Gebühren der Parkdruck gestiegen sei. „Das verschiebt sich jetzt alles in die Wohngebiete hinein“, sagt Sebastian Hartmann. „Die Nachverdichtung macht dann ihr Übriges.“

Auch der BA ärgert sich über das Problem

Auch im Haderner Bezirksausschuss weiß man von dem Problem. „Der Bedarf ist gigantisch“, sagt BA-Chef Johann Stadler. Er betont: „Wir haben schon alles versucht, aber es nützt einfach nichts.“ Schon vor 30 Jahren hätte sich das Gremium eine Vergrößerung oder Aufstockung der Pendlerparkplätze gewünscht. Daraus geworden ist nie etwas. Auch für Anwohnerparken hätte sich der BA eingesetzt, so Stadler. „Laut der Stadt sind die Voraussetzungen dafür aber nicht gegeben“, erklärt der BA-Chef.

Um das Pendlerparken einzudämmen und zumindest kurzzeitige Parkplätze für Anwohner zu schaffen, könnte sich Petitions-Initiator Sebastian Hartmann auch eine zeitliche Parkbegrenzung vorstellen. Doch das ist ebenfalls nicht möglich, „da in diesen Straßen kein konkreter Kurzparkbedarf wie beispielsweise vor Ladengeschäften gegeben ist“, so Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat. Außerdem könnte es Verdrängungseffekte in andere Straßen geben, zumal die Beschränkung auch Anwohner betreffen würde.

BA-Chef Stadler ist sowieso pessimistisch, was die Parksituation anbelangt. „Wenn die U-Bahnverlängerung kommt, fahren noch mehr Pendler nach Hadern“, vermutet er. „In Martinsried gibt es auch fast keine Parkplätze.“

Claudia Schuri

Die Petition ist auf der Seite www.openpetition.de unter dem Stichwort „Anwohnerparkplätze in Großhadern“ zu finden.

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