Die Camerloher Grundschule wird neu gebaut –Der „Spucknapf“ bleibt

Zoff um das alte Lernschwimmbecken

Trotz Schul-Neubau soll das Schwimmbecken nicht erneuert werden.
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Trotz Schul-Neubau soll das Schwimmbecken nicht erneuert werden.

Laim – Im Frühjahr 2019 wird die Grundschule neu gebaut. Was die Viertelpolitiker jedoch auf die Palme bringt: Das Lernschwimmbecken von 1960 wird nicht durch eine moderne Halle ersetzt

Im Frühjahr nächsten Jahres soll es losgehen – dann wird die neue Grundschule an der Camerloherstraße 110 gebaut. Der Bezirksausschuss (BA) befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Bauvorhaben und hatte dabei einiges zu bemängeln: Keine vollständige Unterkellerung, keine Öffnung der Sport- und Schwimmhalle für externe Besucher sowie kein neues Schwimmbecken.

Zwölf Meter lang, acht Meter breit und 95 bis 125 Zentimer tief ist das Schwimmlernbecken in der Camerloher Grundschule, welches 1960 gebaut wurde. Ein „erweiterter Spucknapf“, findet Alexandra Gassmann (CSU). Was die Stadträtin am meisten aufregt: „Das ganze Schulgebäude wird abgerissen und neugebaut – aber das Becken bleibt.“ Dagmar Rümenapf vom Baureferat begründet dies damit, dass das Becken, welches sich im Sporttrakt befindet, bereits vor einigen Jahren saniert wurde.

Weil das Schwimmbecken vor wenigen Jahren saniert wurde, ist kein Neubau vorgesehen

Anette Zöllner (CSU), Vorsitzende des Unterausschusses Bau im BA, kritisierte außerdem, dass in der aktuellen Bauplanung nur eine Teilunterkellerung des Gebäudes vorgesehen sei: „Wir brauchen Reserven, wir müssen in die Zukunft schauen.“ Daher sei eine vollständige Unterkellerung unbedingt nötig. Was für die Viertelpolitiker außerdem nicht hinnehmbar ist: Schwimmbecken und Sporthalle sollen für externe Besucher nicht verfügbar sein. Es könne nicht sein, dass die Schule sich abschotte, so Zöllner.

Stadträtin Alexandra Gassmann (CSU) kann nicht nachvollziehen, wieso das gesamte Schulgebäude abgerissen und neugebaut wird, das Schwimmbecken jedoch bleiben soll.

Auch Gaßmann hat dagegen erhebliche Einwände: „Wir haben in Laim nur dieses eine winzige Becken. Jeder redet davon, dass alle schwimmen lernen sollen, aber dann soll es keiner nutzen dürfen?“ Außerdem müsse die Turnhalle auch den Vereinen zur Verfügung stehen.

Die Schulleitung wollte sich gegenüber der Presse nicht über den Neubau äußern und verwies für Fragen auf das Referat für Bildung und Sport (RBS). Ulrich Lobinger vom RBS wiederum sagt, dass die Turnhalle auch weiterhin an Vereine vermietet werden solle. Das Schwimmbecken hingegen sei auch bisher nur für die Grundschüler gedacht gewesen.

Am Mittwoch, 19. September, tagt der Sportausschuss des Stadtrats und entscheidet über das Infrastrukturkonzept für die Münchner Schulschwimmbäder. Gaßmann kündigte an, dass sie sich für ein Schwimmbecken in angemessener Größe für die Laimer Kinder vehement einsetzen werde.

dbo

Der Neubau

Das viergeschossige Gebäude mit umlaufenden Fluchtbalkonen bekommt eine Mensa und eine Tiefgarage. Auf dem Pausenhof wird es einen Verkehrsübungsplatz geben, ein Rasenspielfeld, eine 100-Meter-Laufbahn und einen Allwetterplatz. Auf den Dächern ist eine Fotovoltaikanlage sowie Dachbegrünung vorgesehen. Der Nutzungsbeginn der Schule ist zum Schuljahresbeginn 2021/22 geplant. Geschätzte Gesamtkosten: 37,5 Millionen Euro.

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