Wiesn-Aufbau heuer hinter Gittern

Theresienwiese

Hoffentlich kommen sich die Arbeiter nicht wie Gefangene vor: Regelrecht hinter Gittern findet heuer der Aufbau zum Oktoberfest statt. Seit dieser Woche wird auf der Theresienwiese wieder geschraubt, gebohrt und gehämmert, damit pünktlich zum Start am 20. September alle Festzelte und Fahrgeschäfte stehen. Dass es – wie in den früheren Jahren gang und gäbe – heuer aber nicht möglich sein wird, sich den Aufbau in den kommenden zehn Wochen aus der Nähe anzuschauen, hat bereits im Vorfeld für Wirbel gesorgt. Anwohner und die betroffenen Bezirksausschüsse hatten sich beschwert, dass in der Zeit des Wiesnaufbaus die Wege über die Theresienwiese gesperrt und mit Gitterzäunen abgetrennt werden (Hallo München berichtete). Das sei für die Anwohner eine unzumutbare Einschränkung, lautete der Vorwurf. „Für viele Münchner ist ein Spaziergang über die Wiesn im Vorfeld des Oktoberfestes zu einer lieb gewonnene Tradition geworden, das wissen wir“, sagt Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl. „Aber in den vergangenen Jahren hat der Aufbau-Tourismus deutlich zugenommen, er ist quasi eskaliert.“ Wie Weishäupl weiter ausführt, geht es der Stadt nur um die Absicherung gegen Schadensfälle: „Es geht um reine Haftungsfragen, vergangenes Jahr machten einige Münchner Schadenersatz-Ansprüche gegenüber der Stadt geltend, die sich beim Spaziergang über die Baustelle verletzt hatten. Das kann nicht sein.“ Auch Kindergärten oder Schulklassen seien in den Vorjahren während der Aufbauarbeiten unter Baukränen und Hebebühnen hindurchgelaufen – das soll durch die neue Regelung unterbunden werden. Zudem weist die Wiesn-Chefin darauf hin, dass die Theresienwiese schon immer während des Aufbaus eine Baustelle war, die nicht betreten werden sollte. „Jetzt weisen wir mit Schildern darauf hin“, so Weishäupl. jos

Auch interessant:

Meistgelesen

Kommentare