"Wer dort lebt, muss das schlucken"

Bezirksausschuss-Chef Ludwig Wörner will die Skateranlage am Georg-Freundorfer-Platz erhalten

Ludwig Wörner ist Vorsitzender des Bezirksausschusses West- end. In Hallo München spricht er unter anderem über den Zusammenhalt im Viertel – und erzählt, warum dieser früher größer war. „Die Sperrungen wegen der Terror-Warnung zur Wiesn hatten für die Anwohner erstaunliche Effekte: So ruhig war es noch nie. Wirklich ärgerlich für uns bleiben hingegen die Sperrungen der Therersienwiese während dem Auf- und Abbau. Dass man da nicht mehr mit dem Rad in die Stadt fahren kann, weil alles eingezäunt ist, dürfte eigentlich nicht sein. Die Aufbauer müssten auf die Anwohner Rücksicht nehmen, nicht umgekehrt. Immer noch nicht geklärt ist die Situation am Georg-Freudendorf-Platz. Wir sind im Bezirksausschuss der Meinung, dass die unmittelbaren Anwohner mit den Skateboardern auf dem Platz einverstanden sind. Wir haben eine Mediation angeregt mit den Skatern und den Klägern, dass das gescheitert ist, zeigt für mich nur die Kompromisslosigkeit der Kläger. Wer mitten im Stadtteil lebt muss bestimmte Dinge eben schlucken. Wir sollten froh sein, dass es Plätze gibt, wo junge Leute hingehen können. Nötigenfalls bin ich bereit, das bis ganz nach oben durchzuklagen. Vor einem Jahr haben wir das Parkraummanagement eingeführt. Wie sich gezeigt hat, gibt es da an einigen Stellen noch Mängel, die wir im neuen Jahr angehen wollen. So muss es zum Beispiel möglich sein, vor Arztpraxen zu parken, auch wenn man keinen Anwohnerausweis hat. Im neuen Jahr steht die Frage an, was aus der Jugendeinrichtung in der Ganghoferstraße wird. Die letzten Jahre gab es an der IG Feuerwache ständig Ärger. Lärmschutzmaßnahmen würden sehr viel Geld kosten, meiner Meinung nach aber nichts bringen. Wenn im Sommer die Fenster offen stehen ist es doch trotzdem laut. Man müsste reglementieren, was da wann gemacht werden darf. Wenn sich der Betreiber daran nicht hält, dann muss man sich auch fragen, ob er eigentlich der Richtige für so eine Einrichtung ist. Bis vor 15 Jahren hatten wir im Viertel einen außergewöhnlichen Zusammenhalt. Das soziale Leben leidet jetzt schon sehr unter den Umbrüchen, die stattfinden. Die Mieten sind zuletzt durch die Decke geknallt und viele alte Bewohner können sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten. Es ist nunmal so: Wo die Nicht-Reichen wohnen, da ist der Zusammenhalt größer. Das neue Völkchen, das sind aber eher Kultur-Konsumenten. Die gehen halt heute da hin und morgen da und haben nicht mehr so starke Bindungen. Schön sind aber die Atelier-Feste. Sie signalisieren das neue Leben im Viertel und ganze Straßenzüge feiern miteinander. Der Stadtteil geht den Weg von Schwabing und Haidhausen. Ich gehe davon aus, dass in 20 Jahren die Welle über uns hingweggerollt ist und dann ein anderer Stadtteil an die Reihe kommt.“

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