Steigende Schülerzahlen

„Bürger-Gymnasium“ für drei Stadtteile

Schulen an der Fürstenrieder Straße fordern Erweiterungsbau – auch ein Einwohnerzentrum soll dort Platz finden.

Bisher lockere Bebauung wird nachverdichtet und Neubauprojekte schießen aus dem Boden – die Einwohnerzahl in Sendling-Westpark und Laim steigt rapide an. Das wirkt sich auch auf die Schülerzahlen aus: Am Ludwigs- und Erasmus-Grasser-Gymnasium an der Fürstenrieder Straße wird es eng. Schon jetzt wird teilweise im Keller gepaukt, es fehlen Fachräume für Physik, Chemie oder Kunst. Deshalb fordern die Schulleiter der beiden Gymnasien jetzt, ein Erweiterungsgebäude zu errichten, das von beiden Bildungsinstituten genutzt werden kann. 

Doch damit nicht genug. In den Erweiterungsbau soll außerdem ein Bürgerhaus für die angrenzenden Stadtviertel integriert werden. Auch einen Standort für den Neubau präsentieren die Schulen bereits. Das Gebäude soll idealerweise nördlich des Friedrich-Brugger-Wegs aus dem Boden gestampft werden. 

Die Idee zu dem Projekt hat Geografie- und Wirtschafts-Lehrer Richard Berndt entwickelt. Mit dem gemeinsamen Bürgerhaus sollen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Mit bis zu 400 Plätzen könnte das Haus zum Kulturzentrum für insgesamt über 100 000 Einwohner in den angrenzenden Stadtvierteln Laim, Sendling-Westpark und Hadern werden. Außerdem hätten beide Schulen einen Veranstaltungssaal, wie er bereits in vielen Schulen auf dem Land üblich sei. Auch Räume für Vereine sollen eingeplant werden. Klassen- und Betreuungsräume könnten laut Berndt am Abend als Kursräume für die Volkshochschule genutzt werden. Denkbar sei auch die Verlegung des Kinos „Neues Rex“ in das neue Bürgerhaus. Und: „Möglicherweise könnten auch schalldichte Probenräume für Bands eingeplant werden.“ 

Diese „große Lösung“ sei sicherlich günstiger als die Planung von Bürgerhäusern für jedes einzelne Viertel und ermögliche außerdem besser besuchte kulturelle Veranstaltungen, ist man sich auf Seiten der Schulen sicher. Nicht ganz so überzeugt ist man von diesem Vorschlag allerdings auf Seiten des Münchner Bildungsreferats: „Natürlich werden wir diesen Vorschlag prüfen, aus unserer Sicht ist die Lage aber nicht ideal, eher etwas randständig“, erklärte Sprecherin Eva Maria Volland auf Hallo-Nachfrage. Allerdings sei das Schreiben erst ganz frisch eingegangen, so dass man den Vorschlag noch nicht konkret beurteilen könne. Zunächst müsse der Bezirksausschuss befragt und offene Fragen geklärt werden. Beispielsweise, wie es um den Baumbestand auf der vorgeschlagenen Fläche bestellt sei und ob der angeführte Raumbedarf überhaupt bestehe. Die Tatsache alleine, dass im Keller unterrichtet werde, reiche zur Beantwortung dieser Frage nicht. Grundsätzlich sei eine Mehrfachnutzung eines Gebäudes aber natürlich schon möglich. „Es werden ja auch Hallen von Schulen und Vereinen parallel genutzt“, erklärt Volland. Mit einer endgültigen Beurteilung des Vorschlages rechnet sie innerhalb des ersten Halbjahres 2013. Bis dahin scheint der Unterricht im Keller den Schülern also gewiss zu sein.

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