Westend

Warum Luther-Lesungen ausgerechnet in einer katholischen Kirche stattfinden

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Das Portrait Martin Luthers ist aus Fotos von Gemeindemitgliedern der Auferstehungskirche zusammengesetzt. Unter dem Motto „Wir sind Kirche, wir sind Luther“ hängt es im Kirchenraum.

Wahrhaftige Ökumene: Zum Jubiläum der Veröffentlichung der 95 Thesen gibt es Luther Lesungen.

Der 31. Oktober ist für die Protestanten jedes Jahr besonders, denn es ist der Reformationstag. 2017 jährt sich die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther, der Überlieferung nach, an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug, zum 500. Mal. Da ist es nicht verwunderlich, dass das ganze „Luther-Jahr“ über in protestantischen Kirchen Veranstaltungen zu diesem Thema stattfinden – aber auch bei den Katholiken? Die evangelisch-lutherische Auferstehungskirche lädt anlässlich des 500-jährigen Reformationsgedächtnisjahrs zu Lesungen von Luther-Texten in der katholischen Kirche Maria Heimsuchung.

„Die Katholiken sind auf uns zugekommen. Zuvor hatten wir noch nie etwas gemeinsam gemacht“, sagt Dr. Iris Geyer (62), Pfarrerin der Auferstehungskirche. „Wir freuen uns sehr, dass die Luther-Texte in der katholischen Kirche gelesen werden. Das ist sehr ungewöhnlich und ein Zeichen der gelebten Ökumene im Westend.“ Die Lesungen sind Teil eines Veranstaltungsprogramms der Auferstehungskirche zum 500-Jahre-Luther-Jubiläum. „Wir dachten uns, wir laden anlässlich des Luther-Jubiläums dieses Jahr die evangelisch-lutherische Auferstehungskiche zu uns ein“, sagt Stanislaus Dorawa (57), Pfarrer der Kirche Maria Heimsuchung. „Wir wollten nach außen hin ein Zeichen setzen, dass wir uns gut verstehen und uns nicht streiten.“ Luther war theologischer Urheber der Reformation und führte somit die Kirchenspaltung herbei, die zur Bildung evangelisch-lutherischer Kirchen führte. „Es gibt Unterschiede in den Ausführungen der religiösen Handlungen, aber wir sind alle Menschen und glauben, dass Gott zu uns allen barmherzig ist. Geschwister sind auch mal verschiedener Meinung oder auch Ehepartner, dennoch sind sie eine Familie.“ Pfarrerin Iris Geyer freut sich auf weitere gemeinsame Veranstaltungen. „Wir haben vereinbart, dass sich der Pfarrgemeinderat des katholischen PfarrverbandsWestend und der Kirchenvorstand der evangelischen Auferstehungskirche noch mal trifft“, sagt Geyer.
laf

Luther Lesungen

Die Lesungen starten am Freitag, 31. März, um 19 Uhr in der Kirche Maria Heimsuchung, Westendstraße 155. An diesem Abend trägt der Student Julius Braach Texte aus den Luther-Schriften vor. Der Schauspieler und Synchronsprecher Burchard Dabinnus („Dahoam is Dahoam“) liest am Sonntag, 2. April, um 18 Uhr Texte des Reformators. Außerdem führen die Konfirmanden einen Luther-Rap auf. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Luther-Bier gibt es zum Preis von einem Euro. Mineralwasser und Knabbereien sind kostenfrei. Weitere Informationen gibt es unter www.kirche-westend.de oder telefonisch unter der Nummer 50 53 32.

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