Seniorin stellt Antrag auf Neubau des Wartehäuschens mit Bank

Warten aufs Wartehäuschen

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Beklagen das fehlende Wartehaus (von links): Gundela und Ekke Reichel (83 und 78), Jutta Hajizadeh (74), Matha Baumann (76) und Alexa von Taube (81).

Hadern – Sie werden beim Warten auf den Bus im Regen stehen gelassen: Die Anwohner rund um die Zinckgrafstraße wünschen sich an der dortigen Bushaltestelle einen Unterstand mit Bank zurück

An der Bushaltestelle Zinckgrafstraße werden Bürger im Regen stehen gelassen – und das nicht nur sprichwörtlich. Bis vor etwa zwei Jahren stand auf dem Gehweg der Würmtalstraße, auf Höhe der Hausnummer 153, ein Wartehäuschen. Doch dann wurde dort neu gebaut, die Haltestelle ein paar Meter versetzt und der Unterstand abgebaut – sehr zum Ärger der anwohnenden Senioren. Daher hat die Großhadenerin Gundela Reichel auf der Bürgerversammlung jetzt den Antrag gestellt, an besagter Stelle wieder ein Wartehäuschen mit Bank zu errichten, welcher ohne Gegenstimme angenommen wurde.

Wo früher das Bushäuschen stand, befinden sich heute die Müllcontainer des erweiterten Wohnhauses.

Gundela Reichel und ihr Mann Ekke wohnen seit 1981 nahe der Zinckgrafstraße, schon immer habe es an ihrer Haltestelle ein Bushäuschen gegeben. „Nicht nur wir beide, sondern viele Leute in unserem Stadtteil sind inzwischen älter geworden. Die 700 Meter bis zur U-Bahn Großhadern sind uns zu Fuß – besonders bei schlechtem Wetter – inzwischen auch beschwerlich“, erklärt die 83-Jährige. „Wir warten also ziemlich oft auf den Bus. Dabei müssen wir stehend warten und auch des Öfteren im Regen.“

Wo früher das Bushäuschen stand, befinden sich heute die Müllcontainer des erweiterten Wohnhauses. „Wir können im übrigen nicht einsehen, dass die Bürger wegen eines privaten Bauvorhabens um ihr Wartehäuschen gebracht werden“, beschwert sich Reichel und spricht dabei auch für weitere benachbarte Senioren.

Zuständig sind in diesem Fall die Stadtwerke (SWM) beziehungsweise die MVG. Matthias Korte, Sprecher der MVG erklärt hierzu: „Ob ein neues Wartehaus dort nun noch Platz hat, ist in Prüfung. Auch das Aufstellen einer Bank ist nicht ausgeschlossen.“ Detailfragen zu diesem Fall könne Korte „ad hoc“ nicht beantworten. Allgemein wäre unter anderem eine Mindestbreite von 1,50 Metern zwischen Häuschen und Bordstein zwingend einzuhalten, damit beispielsweise Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen noch genug Platz haben zum Durchkommen. Auch ein Fundament müsse möglich sein – das funktioniere zum Beispiel nicht, wenn wichtige Versorgungsleitungen im Bürgersteig liegen, die nicht ohne Weiteres verlegt werden können.

Daniela Borsutzky

Zuständigkeiten

Monika Großkopf vom Baureferat erklärt: „Bei Straßenneubauten plant das Baureferat den Standplatz der Wartehäuser, aufgestellt werden sie wieder von der SWM. Einen barrierefreien Umbau plant ebenfalls das Baureferat, die Umsetzung der Veränderungen übernimmt die SWM. Für die Sanierung bestehender Bus-Wartehäuser ist ausschließlich die SWM zuständig.“

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