Visionen von Kirche vermitteln

Kleinhadern: Pfarrer Uland Spahlinger wird Bischof in der Ukraine

Kleinhadern Nach 15 Jahren verlässt Pfarrer Uland Spahlinger (50) die evangelische Simeonsgemeinde in Kleinhadern. Er wird Bischof in Odessa am Schwarzen Meer und damit Oberhaupt der evangelischen Christen in der Ukraine. Kommissarisch hat er das Amt schon inne. „Hier konnte ich mit dem Fahrrad durch die Gemeinde fahren“, sagt Spahlinger auf die Frage, was die größte Umstellung für ihn sein wird. „Dort werde ich das ganze Land bereisen.“ Mit Dienstwagen und Fahrer wird er in einem Gebiet unterwegs sein, das doppelt so groß ist wie die Bundesrepublik, und in dem es rund 40 evangelische Gemeinden gibt. „Manche haben nur 15 Mitglieder“, erzählt er. Unter Stalin wurde die evangelisch-lutherische Kirche in der Sowjetunion fast vollständig zerschlagen. Seit dem Ende des Kommunismus und der Unabhängigkeit der Ukraine leistet die Bayerische Landeskirche dort Aufbauhilfe. Derzeit gibt es nur wenige Tausend Gläubige. Die meisten von ihnen sind Nachfahren deutscher Siedler, die im 19. Jahrhundert nach Osten zogen. Seit 1995 kommen die Bischöfe aus Bayern. Spahlinger, hat sich bei der Ausschreibung beworben. Gleich bei der ersten Reise nach Odessa hat er sich in die neue Heimat verliebt. „Eine wünderschöne Stadt“, schwärmt Spahlinger. „Richtig mediterran.“ Der 50-Jährige hat große Ziele, er will der Kirche in der Ukraine neue Impulse geben. „Ich habe eine Vision, wie Kirche sein kann“, erklärt er. Sie soll sich stärker sozial engagieren und auch politisch Stellung beziehen. „Allerdings sind die Möglichkeiten einer kleinen Kirche begrenzt.“ Für Spahlinger ist es die zweite Auslandserfahrung: Von 1991 bis 1994 bildete er in Papua-Neuguinea Pfarrer aus. Der Abschied aus Kleinhadern wird ihm nicht leicht fallen. „Wir sind hier sehr verwurzelt, es sind viele persönliche Freundschaften entstanden“, sagt er. Am Sonntag, 15. Februar, wird er verabschiedet. Danach geht es für vier Wochen nach Bochum zum Russisch-Sprachkurs. Am 17. März fliegt Spahlinger in die Ukraine. Nach Ende des Schuljahres kommt seine Frau Christiane nach. Die Lehrerin wird ihren Sitz im Bezirksausschuss aufgeben. Ganz verabschiedet sich die Familie aber nicht aus Kleinhadern. Sohn Lukas (18), das jüngste von drei Kindern, zieht zu Freunden und macht in München Abitur. Andreas Raith

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