Schwanthalerhöhe

Verschiedene Ämter verhindern seit sieben Monaten eine Ausstellung von Schülerbildern

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Unter Anleitung der Künstlerin Katharina Naimer haben Schüler aus allen Klassen zur 125-Jahr-Feier der Schule große Bilder gemalt.

Das ist ein Bürokratischer Spießrutenlauf im wahrsten Sinne des Wortes.

Es erinnert an eine viel zitierte Szene aus Asterix und Obelix, in der die beiden Gallier versuchen einen gewissen „Passierschein A 38“ im „Haus, das Verrückte macht“ zu bekommen und eine gefühlte Ewigkeit unsinnig von A nach B geschickt werden. Nur handelt es sich bei dem Problem der Grundschule an der Bergmannstraße um keine überspitzte Bürokratie-Satire. Seit sieben Monaten bemüht sich die Bergmannschule vergeblich darum, die 18 großformatigen Bilder, die Schüler zur 125-Jahr-Feier der Schule im Sommer 2016 gemalt haben, aufhängen zu dürfen. Sieben der Bilder hängen mittlerweile an der Außenwand der Turnhalle. Die restlichen elf hätte Schulleiter Friedrich Fichtner gerne in die Schulgänge gehängt – darf er aber nicht, denn es gibt keine feuerfesten Garderrobenschränke. „Den Zusammenhang kann mir niemand erklären“, sagt Fichtner. „Die Bilder sind auf Holz gemalt. Maßnahmen, um sie feuerfest zu machen, sind schon geplant für 1300 Euro das Stück. Die Garderobenschränke sind eigentlich ein anderes Problem. Um die bemühe ich mich schon seit fünf Jahren und bekomme keine Antwort. “

Angefangen hatte der bürokratische Spießrutenlauf bereits damit, dass Fichtner die Bilder an die Außenwand der Schule hängen wollte. Doch da machte ihm der Denkmalschutz einen Strich durch die Rechnung, denn laut der dafür zuständigen Behörde würden die Bilder die Wand des geschützten Gebäudes beschädigen. Bei dem jüngeren Anbau der Turnhalle ging das Aufhängen der Bilder gerade noch in Ordnung, aber hier passen sie nicht alle hin.

Um die Schwierigkeiten mit dem Aufhängen der restlichen Bilder endlich zu überwinden, hat sich der Schulleiter mittlerweile an das Bildungsreferat gewendet. In einer Stellungnahme heißt es, die Bedarfsprüfung für die Schränke wäre fast abgeschlossen. Der Finanzierungsbeschluss soll dem Stadtrat bis zum Herbst dieses Jahres vorliegen. Für die Bergmannschule würde eine „vorgezogene Beschaffung dieser Schränke“ geprüft. Jedoch dürften dann immer noch nicht alle Bilder hängen. „Die Branddirektion hat bestimmt, dass wir, wenn die Schränke dann mal da sind, nur ein Bild pro Gang aufhängen dürfen. Bei drei Gängen sind das also gerade einmal drei Bilder“, sagt Fichtner. Auch der Bezirksausschuss ist ratlos. „Wir haken nach, weil wir das Problem auch nicht verstehen“, sagt die Vorsitzende Sibylle Stöhr.
laf

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