So ist unser Viertel

Von langweilig bis multikulti: So sehen Jugendliche den Westen

Sendling-Westpark / Schwanthalerhöhe / Laim / Hadern So räumlich beengt, multi-kulti und ständig im Wandel das Westend auf der einen Seite, so ruhig, grün und größtenteils gediegen Hadern auf der anderen Seite: Lebhaft, komisch, langweilig, bunt oder lässig stellt sich der Münchner Westen dar, wenn man dort lebende Jugendliche nach ihrer Meinung über ihr Wohnumfeld fragt. Acht der rund 23 000 Jugendlichen in Laim, Hadern, Sendling-Westpark und der Schwanthalerhöhe haben uns gesagt, wie sie ihr Viertel sehen. Dabei bestätigen sie den Bezug zu ihren Vierteln, machen sich Gedanken über die Vor- und Nachteile dort, anstatt einfach alles nur „scheiße“ zu finden. „Viele Leute sind einfach zu faul, ihren Müll ordentlich zu entsorgen, dadurch wird alles einfach noch dreckiger“, findet zum Beispiel Tobias (15) aus Laim. Welches Adjektiv ihr Stadtviertel am besten charakterisiert, haben sie uns ohne viele Worte übermittelt – so haben sie mit gebastelten Schildern ihrem Viertel ein Zeugnis ausgestellt. Jochen Schröder ...auf seine Weise komisch Kimberly, 15 (Hadern): „Viele Dinge bei mir in Hadern finde ich einfach nur komisch. Zum Beispiel sind da Erwachsene, die sich anziehen wie Teenies. Was soll das? Es ist doch kein Problem, älter zu werden. Komisch im Sinne von lustig ist aber auch, dass man mit vielen Erwachsenen sehr gut reden und auch Party machen kann. Komisch an Hadern ist aber auch: Auf der einen Seite ist es teils plattenbaumäßig, hat auf der anderen Seite aber auch viel Grün und einen richtigen Vorstadtcharakter.“ ...gut für Kinder und Jugendliche Korbinian, 13 (Laim): „Ich, finde, in Laim und Umgebung wird viel für Kinder und Jugendliche getan. Es gibt viele verschiedene Vereine, in denen man seine Freizeit verbringen kann. Oder zum Beispiel den Jugendtreff „Das Laimer“, eine tolle Einrichtung. Bunt ist unser Viertel aber auch im Sinne der unterschiedlichen Architektur: Hier viele Einfamilienhäuser mit viel Grün, an der anderen Ecke Hochhäuser und dichte Bebauung.“ ...für meinen Geschmack zu protzig Vanessa, 16 (Hadern): „Viele Leute in meinem Viertel finde ich einfach zu protzig. Ich meine, dass sie sich aufführen, als wären sie etwas Besseres als alle anderen. Das sind sie aber nicht, ganz im Gegenteil. Sie tun so, als wären sie cool und locker, kleiden sich auch so, sind aber eigentlich nur peinlich.“ ...voller lebhafter Menschen Ciftci, 15 (Laim): „Schön finde ich an meinem Viertel, dass sich die Menschen nicht in sich zurückziehen, sondern offen miteinander leben. Die Menschen sind auch nicht so, dass sie sich gegenseitig nur Probleme machen. Klar gibt es die Mal, aber dann redet man miteinander, und dann ist das in Ordnung. Denn nur so kann man auch voneinder profitieren. Ich habe viele Freunde, Deutsche und auch ausländische, mit denen ich viel unternehmen kann.“ ...bunt gemischt Simon, 16 (Laim): „In unserem Viertel gibt es eine gute Mischung aus älteren und jüngeren Menschen. Das fällt mir zum Beispiel immer wieder auf, wenn ich etwa auf der Fürstenrieder Straße unterwegs bin. Egal aus welchem Land jemand kommt oder welchen Glauben er hat: Hier leben alle freundlich und friedlich miteinander.“ ...sehr dreckig Tobias, 15 (Laim): „Meiner Meinung nach gibt es hier viel zu wenig Sportmöglichkeiten für Jugendliche. Außerdem ist es an vielen Ecken sehr dreckig. Viele Leute werfen ihren Müll einfach überall hin, anstatt ihn ordentlich zu entsorgen, das kotzt mich an. Es gibt aber auch gute Sachen: Zum Beispiel wurden gerade bei uns um die Ecke zwei Spielplätze neu gemacht.“ ...ausbaufähig Ferhat, 17 (Laim): „Es gibt einfach viel zu wenig Sportmöglichkeiten für Jugendliche hier in der Umgebung. Wir hätten zum Beispiel gerne mehr Basketballfelder. Langweilig finde ich die Umgebung auch, weil es keine coolen Läden für jüngere Leute gibt. Klar, alles für den täglichen Bedarf bekommt man, aber darüber hinaus gibt es nur den Hertie auf der Fürstenrieder Straße, sonst nichts. Außerdem finde ich es an manchen Ecken sehr dreckig und eng. Es ist einfach nicht lebhaft genug für junge Leute, wenn man mal was unternehmen will, muss man immer irgendwo anders hinfahren.“ ...gut zum Party machen Gina, 15 (Sendling-Westpark): „Ich lebe gerne hier im Westen der Stadt. Das liegt vor allem daran, dass die Leute hier alle ziemlich lässig sind, wie ich finde. Sie sind einfach alle gut drauf, man kann mit jedem reden und sehr viel Spaß haben. Das kann ich zumindest für Hadern und Sendling-Westpark sagen. Aber ich meine das nicht nur im Sinne von Party machen: Die Leute hier sind einfach nicht so gestresst, unfreundlich oder abweisend wie anderswo, lässig eben. Keiner regt sich auf, wenn es mal etwas lauter wird oder wir abends etwas länger draußen auf der Straße sind. Warum kann es nicht immer so sein?“

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