Ludwigsvorstadt

Theaterprojekt setzt Zeichen gegen Diskriminierung

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Ludwigsvorstadt: Ein Theatherprojekt für mehr Offenheit. Alle Informationen erhalten Sie hier.

„Vollmilch“, „Schokomensch“ – immer mal wieder wird Lennora Esi (26, Foto) so bezeichnet. Grund dafür ist ihre Hautfarbe, sie ist die Tochter einer Afro­amerikanerin und eines weißen Deutschen. „Es ist eine Sache, die oft zwar liebevoll gemeint ist, die mich aber schon immer gestört hat“, erzählt sie. „Alle werden auf ihre Hautfarbe reduziert und Erwachsene werden verniedlicht.“

„Schokokinder“ ist deshalb auch der Titel eines Theaterstücks, das sie nach ihrer Schauspielausbildung verfasst hat, um auf Diskriminierungen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Drei Bühnencharaktere gibt es dabei: die so genannte „Schokohaut“ (Lennora Esi), den „Schokostecher“ (Grischa Obrich) und den „Schokofresser“ (Stephan Neumüller). „Sie sprechen über die Themen Rassismus, Homophobie und Vorurteile gegen Schwergewichtige“, erklärt Esi. Alle drei Darsteller mussten in diesen Bereichen bereits eigene Erfahrungen machen. In teils lustigen, teils tiefsinningen Monologen und Dialogen berichten sie über immer wiederkehrende Stigmatisierungen in der Gesellschaft. „Das Stück ist ein allgemeiner Aufruf zu mehr Offenheit gegenüber dem, was anders ist als man selbst“, sagt Esi. „Ein Aufruf, um mehr Verständnis zu schaffen und Differenzen nicht als Barriere, sondern als Chance zu betrachten.“ Eine Zeigefingerpredigt solle das Projekt dennoch nicht sein, sondern „eher Anstöße zum Nachdenken geben“, sagt Esi.

Deshalb wird das Theaterstück durch einen Kurzfilm ergänzt. Hier spiegeln sich die Themen im Leben dreier Freunde wider. Im Gegensatz zu dem Theaterstück, das eher intellektuell ausgerichtet ist, sollen im Film die Emotionen angesprochen werden. „So entsteht für den Zuschauer eine schöne Abwechslung“, verspricht Esi.

cla

Premiere des Theaterstücks „Schokokinder“ ist am Freitag, 28. April, um 20 Uhr im EineWelt-Haus, Schwanthalerstraße 80. Karten kosten zwölf Euro, ermäßigt neun Euro. Weitere Vorstellungen gibt es am Donnerstag, 4., und Freitag, 5. Mai, um 20 Uhr in der Pasinger Fabrik, August-Exter-Straße 1 (Karten für 16 bzw. 12 Euro).

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