Am Luise-Kiesselbach- Platz

Streit ums Stangerl

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Die Bewohner Sendlings wünschen sich einen Maibaum - doch bei der Finanzierung hakts.

Sendling-Westpark - Da herrscht richtig dicke Luft: Die Bürger wollen unbedingt einen Maibaum in ihrem Viertel. Das Problem: Keiner weiß wer ihn bezahlt

Die Mehrheit der Bürger in Sendling-Westpark wünscht sich einen Maibaum auf dem Luise-Kiesselbach-Platz – das haben zwei Bürgerworkshops in der Vergangenheit ergeben. In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) sorgte das Thema für dicke Luft: Der Maibaumverein Sendling-Westpark hat 14 675 Euro Zuschuss für die Aufstellung eines Stangerls beantragt. Während die CSU-Fraktion – alle Mitglied im Maibaumverein – für den Zuschuss stimmte, standen die übrigen Mitglieder dem Antrag ablehnend gegenüber. Hauptsächlich wurde die hohe Summe kritisiert, außerdem gibt es zu viele offene Fragen. „Eine Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von 29 300 Euro ausschließlich aus den Mitteln des Vereins sei nicht möglich“, erklärt Otto Seidl (CSU), der Vorsitzende des Maibaumvereins und selbst Mitglied im BA. 

Es werde mit Einnahmen in Höhe von 14 625 Euro kalkuliert, der Anteil der Eigenmittel beträgt 7 325 Euro. Der Verein beantragt daher den Zuschuss im Rahmen einer Fehlbedarfsfinanzierung: Sollten die Einnahmen höher ausfallen als gedacht, wird nicht der gesamte Betrag ausbezahlt. Maria Hemmerlein (Grüne) äußerte den Wunsch, der BA möge doch in die Gestaltung der Schilder miteinbezogen werden: „Es wäre für das Viertel nicht angemessen, wenn dort nur Handwerkszünfte abgebildet werden.“ Stattdessen schlug Hemmerlein vor, die Vielfalt des Bezirks zu zeigen, beispielsweise mit Kindern, einer Tanzgruppe oder dem Bogen im Westpark. Hans Dusolt (Grüne) wies außerdem darauf hin, dass dies die höchste Summe sei, die seit vielen Jahren beantragt wurde. 

Am Ende einigte man sich auf einen Kompromiss: Der BA unterstützt den Verein mit 4000 Euro unter der Bedingung, dass das Gremium bei der Schilder-Gestaltung Mitspracherecht hat. Seidl ist über den Beschluss „sehr enttäuscht“, er sieht die Aufstellung des Stangerls jedoch nicht in Gefahr: „Der Baum kommt auf jeden Fall – die Frage ist nur mit oder ohne Schilder.“ Vom Vorschlag Hemmerleins hält er wenig: „Wenn die Metzgerei als Zunft abgebildet wird, wird sich auch ein Metzger als Sponsor finden. Aber ein Schild mit dem Westpark-Bogen? Wer soll das bezahlen?“

D. Borsutzky

Maibäume in München 

Dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) sind in München 24 Maibäume bekannt, der wohl bekannteste steht am Viktualienmarkt (Foto). Spitzenreiter mit je drei Stangerln im Viertel sind die Stadtbezirke 13 (Bogenhausen – Oberföhring – Englschalking) und 18 (Untergiesing – Harlaching). Günter Keller, BA-Chef Sendling-Westpark, kann sich an einen Maibaum im Biergarten im Westpark erinnern: „Das ist aber bestimmt schon 20 Jahre her.“ Den Maibaumverein Sendling-Westpark gibt es seit 2009 – ein Stangerl hat er bisher noch nicht aufgestellt.

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