Sendling-Westpark

Stiftung und Vereine fordern Denkmal für Münchner Stadträtin und Frauenrechtlerin

Als Politikerin und Frauenrechtlerin lebte und wirkte Luise-Kiesselbach­ in München – nun soll sie ein Denkmal bekommen.
+
Als Politikerin und Frauenrechtlerin lebte und wirkte Luise-Kiesselbach­ in München – nun soll sie ein Denkmal bekommen.

Sendling-Westpark: Sitzt bald die Luise an ihrem Platz?

„Pionierarbeit leisten, der Arbeit Niveau geben, auch dem Ärmsten kein Menschenrecht versagen“: Das war das Motto von der Armenpflegerin und Münchner Stadträtin Luise Kiesselbach.

In Sendling-Westpark erinnern bereits der Luise-Kiesselbach-Tunnel und der Luise­Kiesselbach-Platz an diese bedeutende Frau. Jetzt soll ihr zu Ehren am Luise-Kiesselbach-Platz noch ein Denkmal errichtet werden. Das fordern die Luise-Kiesselbach-Stiftung sowie die Münchner Gesellschaft der Altersfreunde und der Verein für Fraueninteressen. „Für die Neugestaltung der Oberfläche haben wir angeregt, ein Denkmal an zentraler Stelle zu errichten“, erklärt Peter Schimpf, Stiftungsvorstand der Luise-Kiesselbach-Stiftung.

Ziel ist es, mit dem Kunstwerk über das Leben und Schaffen von Luise Kiesselbach zu informieren und „dem Platz künftig mehr Gesicht und Persönlichkeit zu geben“, erklärt Peter Schimpf. Die Stiftung hat bereits bei Oberbürgermeister Dieter Reiter für das Denkmal geworben. In der Stadt wird sich jetzt die Arbeitsgruppe Gedenktafeln sowie der Ältestenrat mit dem Vorschlag befassen.

Im Bezirksausschuss Sendling-Westpark hat man sich bereits vor einiger Zeit mit der Idee beschäftigt. Die CSU-Fraktion hatte damals beantragt, dass das Gremium sich für ein Kunstwerk auf dem neugestalteten Platz einsetzen soll. Sie schlug ebenfalls vor, eine Figur zu Ehren von Luise-Kiesselbach zu errichten.

Die anderen Fraktionen standen einem Kunstwerk auch offen gegenüber. Letztlich einigten sich die Mitglieder darauf, die Idee weiter zu verfolgen. Sie legten sich jedoch noch nicht auf eine bestimmte Kunststücksart oder ein bestimmtes Motiv fest, um bei den weiteren Planungen möglichst flexibel zu bleiben.

Das soziale Leben der Luise Kiesselbach

Luise Kiesselbach (1863-1929) war die erste Armenpflegerin in Bayern, Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin. Die Münchner Stadtbibliothek prägte sie maßgeblich als erste weibliche Stadträtin Münchens (1919-1927) und als Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen. Außerdem leitete sie den Stadtbund Münchner Frauenvereine und war unter anderem Mitbegründerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Bayern. Sie setzte sich für das Frauenwahlrecht, das Recht von Frauen auf Bildung und eine bessere Krankenversorgung ein. Zudem ergriff sie die Initiative zum Bau von Kinderheimen und entwickelte ein für damalige Verhältnisse sehr modernes Altenheim. Sie ist in Erlangen begraben.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Helferkreis sucht Freiwillige für die Geflüchtetenunterkunft in der Elsenheimerstraße
Helferkreis sucht Freiwillige für die Geflüchtetenunterkunft in der Elsenheimerstraße

Kommentare