Muss BA-Chef seinen Hut nehmen?

Stiftsbogen-Baustelle: Ist Viertel-Chef Stadler in das Bauprojekt verwickelt?

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Brisante Informationen, die da ans Licht kamen. Die Familie von Johann Stadler (CSU) soll in das Bauprojekt am Stiftsbogen verwickelt sein.

Hadern - Ist das die nächste brisante Neuigkeit von der „Horror-Baustelle"? Die Familie des Vorsitzenden Johann Stadler (CSU) ist in das Bauprojekt verwickelt - Die SPD fordert jetzt seinen Rücktritt

Zuletzt berichteten beim Bezirksausschuss (BA) Hadern Stiftsbogen-Anwohner über schlimme Zustände auf der Baustelle vor ihrer Haustür (Hallo berichtete) – jetzt hat sich herausgestellt, dass die Familie des Vorsitzenden Johann Stadler (CSU) in das Bauprojekt verwickelt ist. Micky Wenngatz (SPD), stellvertretende Vorsitzende im BA 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln) fordert daher den Rücktritt des BA-Chefs, die Haderner SPD-Fraktion hat sich dem angeschlossen.

Laut SZ-Informationen gehört Stadlers Gattin Marianne, geborene Stürzer, ein Viertel der Mietwohnungsanlage. Deren Bruder Michael Stürzer ist Geschäftsführer der „F. M. S. Immobilienbeteiligungsgesellschaft GmbH & Co. Grundbesitz KG“, welche als Bauherrin für das aktuelle Projekt agiert. Der Bruder des BA-Chefs, Christian Stadler, ist wiederum als Architekt für das Projekt verantwortlich. Fakten, die Johann Stadler in beiden Sitzungen, in denen die Anwohner bisher vorstellig wurden, verschwiegen hatte. Weil Stadler in den betroffenen Sitzungen seine Befangenheit nicht erklärt habe, sei er aus Wenngatz’ Sicht „als Vorsitzender nicht mehr tragbar und sollte zurücktreten“.

Auf Hallo-Nachfrage betont Stadler, dass weder er, noch seine Frau etwas mit der Baustelle zu tun hätten und dass für die Missstände allein die Baufirma verantwortlich sei. „Ich bin seit 1996 BA-Chef und denke zum derzeitigen Zeitpunkt nicht an einen Rücktritt“, sagt Stadler. Sollte das Thema nochmals in einer Sitzung auf der Tagesordnung stehen, dann werde er die Sitzungsleitung an seinen Stellvertreter Franz Alscher (CSU) abgeben. Dass er das bereits in der Vergangeheit hätte tun sollen, räumt Stadler ein: „Es sind Fehler passiert, dafür muss ich mich entschuldigen.“ Gleichzeitig bekräftigt er, dass er entgegen der Behauptung von Wenngatz, als Privatperson keinerlei Einfluss auf die Vorgänge auf der Baustelle habe. „Ich habe als BA-Chef mein Möglichstes für die Bürger getan und deren Informationen an die zuständigen Behörden weitergegeben. Mehr kann ich nicht tun“.

Ingo Trömer vom Planungsreferat, zu dem auch die Lokalbaukommission (LBK) gehört, erklärt, dass diese bereits tätig geworden sei. „Die LBK hat direkt mit dem Bauherren und dem Architekten Kontakt aufgenommen. Die haben dann die Bauleitung angewiesen, die Missstände zu beheben.“ Außerdem seien in den Treppenhäusern Aushänge zur weiteren Information der Anwohner angebracht worden.

Die Hausverwaltung „Gegenfurtner“, welche als Ansprechpartner für die betroffenen Anwohner zuständig ist, möchte sich derzeit gegenüber Hallo zu den Vorwürfen nicht äußern, wie man nach mehrmaliger Nachfrage ausrichten ließ. Die Baufirma „Riebel GU AG Sankt Gallen“ war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Für Anwohnerin Birgit König hat sich bisher noch nicht genug getan: „Ja, es gab ein paar Informationen und auf der Baustelle wurde etwas aufgeräumt – aber das Ganze hier ist noch weit von dem entfernt, wie es eigentlich sein sollte.“ Der nächste Dämpfer: In einem Schreiben der Hausverwaltung wurde angekündigt, dass im Zuge der Fahrstuhlerneuerungen mit Ausfällen der Aufzüge ab Herbst von bis zu sieben Wochen zu rechnen sei, ein genaues Datum könne man noch nicht nennen. „Wir haben hier viele alte Menschen, Tagesmütter – das wird eine Katastrophe“, beklagt sich König. „Wir erwarten eine Mietminderung.“ Zur nächsten BA-Sitzung am Montag, 9. Juli, will sie wieder mit weiteren Nachbarn kommen. Die Rücktrittsforderung an Stadler unterstützt sie. 

dbo

Rücktritt eines BA-Chefs

Nach §19 der Bezirksausschuss-Satzung gibt es nur zwei Möglichkeiten: Nach Absatz 2 kann der Vorsitzende sein Amt freiwillig niederlegen. Absatz 3 besagt Folgendes: „Die Mitglieder des Vorstandes können aus wichtigem Grund vorzeitig abberufen werden, wenn ein entsprechender Antrag von mindestens der Hälfte der Mitglieder des Bezirksausschusses gestellt wird. Der Beschluss der Abberufung bedarf einer Mehrheit von zwei Dritteln der satzungsgemäßen Mitglieder.“

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