Ein Forschungsneubau für unseren Planeten

Steinreicher Campus: In der Schillerstraße entsteht ein Neubau für Geowissenschaften

Das Staatliche Bauamt lobte im November einen Architekturwettbewerb aus, an dem sich 111 Büros aus ganz Europa beteiligten. Gewonnen hat der Entwurf des Münchner Architekten Ulrich Renger.
+
Das Staatliche Bauamt lobte im November einen Architekturwettbewerb aus, an dem sich 111 Büros aus ganz Europa beteiligten. Gewonnen hat der Entwurf des Münchner Architekten Ulrich Renger.

Ludwigsvorstadt - Klimawandel, Naturkatastrophen, Rohstoffknappheit: Die Geo- und Umweltwissenschaften suchen nach Antworten auf diese Herausforderungen. Ab 2020 entsteht an der Schillerstraße ein Forschungsneubau für 140 Millionen Euro

Wie entwickelt sich unser Klima? Wie sieht es im Erdinneren aus? Und wie steht es um die Rohstoff- und Energieversorgung? Forscher der Geo- und Umweltwissenschaften wollen ab 2025 diesen Fragen in einem neuen Gebäude auf den Grund gehen. Jetzt wurde der Siegerentwurf für den Forschungsneubau gekürt – aus 111 Einsendungen aus ganz Europa.

Entlang der Schillerstraße 42 bis 46 entsteht ab 2020 ein neuer Campus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) für die fünf Lehr- und Forschungseinheiten der Geo- und Umweltwissenschaften: der Geologie, Paläontologie und Geobiologie, Mineralogie, Kristallographie sowie Geophysik – die bisher in der ganzen Stadt verteilt liegen. Rund 200 Menschen werden in dem Neubau arbeiten, zusätzlich der Studenten. Derzeit werden 520 Studenten in den Geowissenschaften ausgebildet.

Voraussichtlich im Herbst 2019 soll mit dem Abbruch der bestehenden Gebäude und dem anschließenden Neubau begonnen werden. Die Baukosten werden insgesamt auf knapp 140 Millionen Euro geschätzt.

Alexander Miklosy, Chef des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt gefällt der Entwurf, besonders, dass mittels eines Durchgangs von der Goethe- zur Schillerstraße eine Querungsmöglichkeit geschaffen wird. „Es ist toll, dass die bisher verstreuten Wissenschaften jetzt ein gemeinsames Zuhause finden und beispielsweise durch die Ausstellungsflächen ein Schulterschluss mit der Bevölkerung stattfindet.“

Der Entwurf des Münchner Architekten Ulrich Renger hatte die Jury überzeugt: Eine klar strukturierte fünfgeschossige Hofanlage mit zwei Innenhöfen, eine leicht geschwungene Eingangsfassade sowie das aus der Struktur ausbrechende Gebäude für Hörsäle und Seminarräume lassen ein sehr übersichtliches, robustes und langfristig flexibel nutzbares Gebäude entstehen.

Auch die geowissenschaftlichen Staatssammlungen finden am neuen Campus ihren Platz: Sie bieten Material für die moderne Forschung – darunter Zeugen aus 4,5 Milliarden Jahren Geschichte des Sonnensystems und der Erde wie etwa seltene Typen von Meteoriten und Fossilien.

Und das neue Gebäude ist mehr als ein Hörsaal- und Laborgebäude: Als „Forum der Geowissenschaften“ soll es die Erdforschung hautnah erlebbar machen sowie geowissenschaftliches Arbeiten und aktuelle Forschungsthemen aufzeigen – auch für Besucher. Dazu gehören vor allem interaktive Workshops, Führungen und Vorträge, aber auch Ausstellungen sowie eine Anlaufstelle für Auskünfte und Analyse von neuen geologischen Funden, die regelmäßig von Bürgern entdeckt werden.

In den Bestandsgebäuden zwischen der Pettenkofer- und Landwehrstraße waren bisher vorklinische Institute der Medizinischen Fakultät untergebracht. Diese sind in den vergangenen Jahren schrittweise in das neue Biomedizinische Centrum in Martinsried umgezogen. „Bis auf kleine Restnutzungen, die noch verlagert werden, stehen die Gebäude bereits leer“, erklärt Katrin Gröschel, Sprecherin der LMU.

Daniela Borsutzky

Eine Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse ist noch bis Freitag, 20. Juli im Speerträgerbereich sowie im Dekanats- und Senatsgang im Hauptgebäude der LMU, Geschwister-Scholl-Platz 1, zu sehen.

Auch interessant:

Meistgelesen

Allein unter Männern – Seit zehn Jahren ist sie Leiterin in Europas letztem Ledigenheim im Münchner Westend
Allein unter Männern – Seit zehn Jahren ist sie Leiterin in Europas letztem Ledigenheim im Münchner Westend
Großbrand in München: Schwarze Rauchwolke über der Stadt – Neue Details der Feuerwehr – Schaden von einer halben Million
Großbrand in München: Schwarze Rauchwolke über der Stadt – Neue Details der Feuerwehr – Schaden von einer halben Million

Kommentare