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Aus für den Stattpark Olga in Sendling-Westpark ‒ Umzug in Heinrich-Wieland-Straße steht bevor

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Von: Daniela Borsutzky

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Der Stattpark Olga am Gottfried-Böhm-Ring.
Der Stattpark Olga am Gottfried-Böhm-Ring zieht nach Neuperlach um. © Daniela Borsutzky

Bis zum Ende des Jahre 2022 ist für den Stattpark Olga am Gottfried-Böhm-Ring in Sendling-Westpark Schluss. Ein neuer Platz in Neuperlach wurde gefunden.

Update: 02. November: Kompromiss für Stattpark gefunden

In der Heinrich-Wieland-Straße wird der Stattpark Olga bald sein neues Quartier beziehen. Das wurde gemeinsam mit Vertretern der Stadt bei einem Besichtigungstermin beschlossen.

Das neue Grundstück sei zwar deutlich kleiner als das aktuelle, dennoch freue man sich den Ostpark mit dem Kulturangebot aufzuwerten, resümiert Bewohnerin Sintje Göritz. Die Freue auf die neue Nachbarschaft sei dementsprechend groß.

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Ursprungsmeldung vom 01. November

Schon von Weitem sieht man die Solarmodule auf den Dächern der Bauwagen auf dem umzäunten Platz am Gottfried-Böhm-Ring. Am Eingang darf man sich im Umsonstladen bedienen oder etwas hineinlegen. Ein paar Meter weiter geht es nach rechts, vorbei am Trampolin, in Richtung Fahrradwerkstatt und Gemeinschaftsbereich, wo ein weißer Stofftiger auf der Bar sitzt.

Der Umsonstladen im Stattpark Olga.
Der Umsonstladen im Stattpark Olga. © Daniela Borsutzky

Donnerstagabends findet das kostenlose „Platzcafé“ statt, mal mit einer Lesung, einem Kindertheater, einem Film, einem Konzert, einer Diskussionsrunde. Die 20 Erwachsenen und sieben Kinder die hier leben, bilden das Wohn- und Kulturprojekt Stattpark Olga.

Ein Gemeinschaftsbereich für kulturelle Veranstaltungen im Olga.
Ein Gemeinschaftsbereich für kulturelle Veranstaltungen im Olga. © Daniela Borsutzky

Aus für Stattpark Olga in Sendling-Westpark - Neue Heimat in Neuperlach?

Vier Jahre lang haben sie die Nachbarschaft um die S-Bahnstation Mittersendling bereichert – davon zeugen die vielen Botschaften von Besuchern, die an einen Wagen geklebt sind. Doch in wenigen Wochen ist Schluss an diesem Standort, denn ab dem neuen Jahr starten auf dem Gelände an der Ecke zur Passauerstraße die Bauarbeiten für eine neue Schule.

Zehn Wochen für den Umzug 

„Wir bieten viel Freiraum für Anwohner und Subkultur“, erklärt Zweifach-Mama Paula Brücher, die als Sozialpädagogin arbeitet. Seit zwölf Jahren gibt es Olga, mehrere Umzüge haben sie schon hinter sich, denn das ist Teil des Konzepts, wie Lehrerin Sintje Göritz betont: „Wir nehmen niemandem Wohnraum weg. Wir beleben städtische Brachflächen mit unserem sozio-kulturellen Projekt.“

Sintje Göritz und Paula Brücher leben im Bauwagen.
Sintje Göritz und Paula Brücher leben im Bauwagen. © Daniela Borsutzky

Das Problem: Die Suche nach geeigneten Standorten gestaltet sich sehr schwierig, immer wieder sieht sich das Projekt gefährdet. Zehn Wochen dauert der Umzug, der im Winter noch beschwerlicher ist. Das ist mehr Zeit, als bis zum Jahreswechsel bleibt.

Anwohner bedauern Umzug - „Es ist ein Verlust“

Sehr traurig über den Umzug zeigen sich die Anwohner, auch wenn dieser wegen Corona-bedingten Verzögerungen beim Schulneubau nun zwei Jahre später als geplant erfolgt. „Olga ist eine Perle fürs Viertel, die ausstrahlt. Es ist ein Verlust“, sagt eine Nachbarin und mahnt: „München schneidet sich ins eigene Fleisch, wenn sie diese alternative, unkommerzielle Stadtkultur nicht unterstützt.“ Ein anderer Nachbar erzählt: „Ich habe so ziemlich alles in Anspruch genommen, was es hier gibt.“

Das „Platzcafé“ sei seiner Meinung nach eine „irreführende Bezeichnung, vielmehr ein Ereignis“.

Findet der Stattpark Olga eine neue Heimat in Neuperlach?

Inzwischen gibt es Hoffnung. „Wir sind seit Februar in Verhandlungen mit der Stadt für ein Grundstück in der Nähe des Michaelibads“, sagt Göritz. Dabei handelt es sich um eine Art ungenutzten, eingezäunten Parkplatz der Stadt.

Der Platz in Neuperlach.
Der Platz in Neuperlach. © Daniela Borsutzky

Daneben befindet sich auf der einen Seite eine weitere eingezäunte Fläche, die der Gartenbau als Lager nutzt, und auf der anderen Seite eine Unterkunft für Geflüchtete. Weil die Fläche aber nur halb so groß ist wie die aktuelle, reiche der Platz im Grunde nicht mal zum Wohnen aus – „und ohne den Kulturteil ist es sinnlos.“

Am neuen Platz ist die Fläche nur halb so groß.
Am neuen Platz ist die Fläche nur halb so groß. © Daniela Borsutzky

Bei einem Termin vergangene Woche vor Ort zwischen Ostpark und Heinrich-Wieland-Straße seien Lösungsvorschläge diskutiert worden, die „auf eine sehr moderate Erweiterung der Fläche hinauslaufen könnten“. Mit einem Ergebnis wird in diesen Tagen gerechnet.

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