»Wo sollen wir jetzt spielen?«

Laim

Auch wenn der Fototermin eine lustige Angelegenheit ist, schauen nicht alle Kinder des Bärchen-Kindergartens zwischen Laim und Neuhausen freudig in die Kamera. Warum sollten sie auch, schwebt doch das Damoklesschwert über der Einrichtung an der Winfriedstraße. „Unser Mietvertrag läuft Ende kommenden Jahres aus, und bisher haben wir noch keine neue Bleibe gefunden. Wenn sich nichts auftut, stehen wir auf der Straße“, sagt Konstanze Angelus, die Vorsitzende des privaten Trägervereins. Seit 1995 gibt es den Kindergarten in den Räumen der ehemaligen Eisenbahner-Kantine. Anfangs als Kindereinrichtung für Bahn-Mitarbeiter konzipiert, übernahm später die private Elterninitiative „Die Bärchen“ die Leitung des Hauses, in dem rund 30 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren von derzeit sieben Mitarbeitern betreut werden. „Wir leben schon seit 2005 mit der ständigen Unsicherheit“, erzählt Konstanze Angelus. „Seitdem haben wir jeweils nur Zeitverträge für ein Jahr bekommen, aber 2009 ist jetzt definitiv Schluss, dann müssen wir raus“, ergänzt Vorstandsmitglied Stephanie Bacak. Ein Großinvestor, der das ganze Areal entlang der Bahnstrecke gekauft hat, will an der Stelle des Kindergartens vermutlich einen Bürokomplex bauen. „Das ist natürlich für das Personal, für uns und natürlich die Eltern eine mehr als unangenehme Situation.“ Und die hat Folgen: Nicht nur, dass der Verein noch keine neuen Räumlichkeiten in Laim oder der näheren Umgebung gefunden hat. „Uns laufen die Kinder davon, weil sie ja hier keine Zukunft mehr haben, wir bekommen keine Neuanmeldungen mehr, und auch das Personal sucht sich neue Stellen – ein echter Teufelskreis“, meint Elternvertreterin Antje Klatte. Denn durch diesen Teufelskreis – ohne Personal können die Kinder nicht regelgerecht betreut oder gar neue aufgenommen werden – ist die Existenz der Einrichtung schon vor dem offiziellen Aus am 31. Augusst 2009 gefährdet. Die Suche der Vereinsspitze sowie der Immo-Gruppe der Elternschaft: bislang erfolglos. „Wir suchen vorzugsweise eine Gewerbefläche ab 200 Quadratmeter, am besten im Erdgeschoss und natürlich mit einer ausreichenden Grünfläche“, sagt Angelus. Sie und alle anderen Beteiligten haben die bittere Realität immer im Nacken: „Wenn wir bis Herbst nichts Passendes gefunden haben, müssen wir den Verein auflösen und die Einrichtung zusperren“, sagt die Vereinsvorsitzende Konstanze Angelus. Wer den „Bärchen“ helfen möchte: Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.die-baerchen.de sowie unter der Postanschrift Elterninitiative „Die Bärchen“, Winfriedstraße 7b, 80639 München zu Händen Frau Angelus. Jochen Schröder

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