"Situation ist nicht mehr tragbar"

BA-Chef Alexander Miklosy fordert die Umgestaltung des Hauptbahnhofs

Alexander Miklosy (Foto) ist Vorsitzender des Bezirksausschusses Ludwigsvorstadt-Isarvorstat. Im Interview erzählt er, warum die Attraktivität seines Viertels auch Nachteile hat. Hallo München: Herr Miklosy, was war für Sie als Politiker der schönste Moment 2009? Alexander Miklosy: Als ich beim Christopher Street Day mitgelaufen bin und wir ins Glockenbachviertel eingezogen sind. Die Leute an den Straßenrändern haben geklatscht und gejubelt. Das hat mein Herz schon höher schlagen lassen. Weitere Höhepunkte? Ein voller Erfolg war die Veranstaltung „Alt und Jung grenzenlos“ im Gärtnerplatztheater, die vom BA organisiert wird. An diesem Tag waren Menschen, die sich einen Theaterbesuch normalerweise nicht leisten können, herzlich zu einer Vorstellung eingeladen. Auch unser Glockenbachfest war wieder super besucht. Feiern kann das Viertel. Was war weniger schön? Die Entmischung der Gesellschaft in der Isarvorstadt ist eine beängstigende Entwicklung. Ein allein verdienender Familienvater mit normalem Gehalt kann es sich nicht mehr leisten, mit seiner Familie hier zu wohnen. Es ist ein Wahnsinn, wie sich die Mieten in den letzten 20 Jahren verteuert haben. Die Folge ist, dass die alteingesessene Bevölkerung herausgedrängt wird. Das Glockenbach ist zum In-Viertel geworden. Der Erfolg holt uns jetzt ein. Der Umbau des Hauptbahnhofs ist seit Jahren im Gespräch. Wie ist da der Stand der Dinge? Bislang sind Stadt, Land und Bahn auf keinen grünen Zweig gekommen, weil die Finanzierungsanteile strittig sind. Der Umbau hätte eigentlich schon 2006 anfangen sollen. Derzeit ist es so, dass das Planungsreferat eine Beschlussvorlage ausgearbeitet hat. Im Frühjahr 2010 soll sie dem Stadtrat vorgelegt werden. Sollte da nichts weitergehen, wird der Bezirksausschuss einen Antrag zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes stellen. Denn die Situation dort ist für Fußgänger und Radler wirklich nicht mehr tragbar. Wie sieht es mit der Kinderbetreuung in den Vierteln aus? Im Vergleich zum Stadtgebiet sind wir mit Betreuungsplätzen gut ausgestattet. Aber da viele Arbeitnehmer, die außerhalb wohnen, ihre Kinder bei uns in die Einrichtungen schicken, steigt der Bedarf. Sehr freut mich das Engagement der Eltern, die private Initiativen gründen. Wir stehen in engem Kontakt mit den Elterninitiativen, versuchen ihnen bei der Suche nach Räumen zu helfen und bürokratische Hürden zu überwinden. Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich für 2010? Dass wir unsere Rolle als Sprachrohr für die Bürger im Viertel noch ausweiten. Gerade weil hier die Partyszene immer größer wird, ist es wichtig, dass wir die Interessen der Anwohner noch stärker vertreten. Interview: Daniela Schmitt

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