Wiesn 2017

Wird die Wiesn jetzt teurer?

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Polizei auf dem Oktoberfest

Sicherheitskonzept kostet viel Geld.

Die Stadt München sucht neue Einnahmequellen für die Wiesn – womöglich könnte das Oktoberfest deshalb auch für die Besucher teurer werden. „Es ist noch nichts entschieden“, sagt der Sprecher von Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU). „Es laufen aber Gespräche, wie man die gestiegenen Kosten umlegen kann.“ Denn das Oktoberfest kostet die Stadt immer mehr Geld. Wegen der erhöhten Sicherheitsmaßnahmen fallen zusätzliche Ausgaben an, es handelt sich um einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. 2016 wurde das Volksfest erstmals rundum abgesperrt und es durften keine Rucksäcke und Taschen mehr mitgenommen werden.

Zur Kontrolle der Zugänge musste die Stadt 450 Ordner engagieren mit Stundensätze von bis zu 60 Euro. Dazu kamen etwa 350 Meter mobiler Zaun, Sicherheitspoller sowie zusätzliche Lautsprecher für Warndurchsagen. Wie genau das Sicherheitskonzept dieses Jahr aussehen wird, entscheidet sich erst nach Gesprächen mit Polizei und Behörden. Als gesichert gilt aber, dass wieder zusätzliche Maßnahmen nötig sein werden.

„Es wird sicher eine Umlage der Kosten auf die Schausteller und die Wirte geben“, heißt es aus dem Büro von Bürgermeister Schmid. „Wie sie ausfallen wird, muss aber noch ausdiskutiert werden.“ Genauso, wie die Frage, wie die Besucher davon betroffen sein werden.

Es gibt Spekulationen, dass es einen Euro Aufschlag pro reserviertem Platz im Zelt geben soll und außerdem der Eintrittspreis für die „Oide Wiesn“ um einen Euro und die Standgebühren um 20 Prozent angehoben werden. Das Bürgermeister-Büro wollte das weder bestätigen noch verneinen. „Wir besprechen alle Möglichkeiten, es ist noch keine Entscheidung gefallen.“

Das gilt auch für die Idee von Ex-Wiesn-Chefin Gabriele Weishäuptl: „Ich würde von den Wiesn-Wirten eine Umsatzpacht verlangen“, sagt sie. „Schon mit zwei oder drei Prozent vom Umsatz wären die Sachen locker finanziert. Wer die größten Gewinne macht, soll sich auch ausreichend an den Kosten beteiligen.“

Die Stadt hat angekündigt, spätestens im Mai ein Finanzierungskonzept für die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen vorzulegen.

Für die Wiesngäste wird dieser Monat doppelt interessant: Denn dann geben die Wirte auch den Bierpreis für das Oktoberfest 2017 bekannt. Vergangenes Jahr kostete die Mass zwischen 10,40 und 10,70 Euro, vermutlich wird es wieder eine Erhöhung geben.
dpa, cla

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