1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Südwest

Pilotversuch mit Dialog-Displays in Sendling-Westpark ‒ BA zieht eigenes Fazit über Einsatz in Tempo 30 Zonen

Erstellt:

Von: Daniela Borsutzky

Kommentare

Siegenburger Straße
In der Siegenburger Straße wurden im Rahmen eines Pilotversuchs Verkehrsdaten erfasst. © Daniela Borsutzky

In Sendling-Westpark wurde der Einsatz von Dialog-Displays in einem Pilotversuch getestet. Der BA wertet die Daten fürs Viertel selbst aus – das Fazit.

SENDLING-WESTPARK Viele Bürger haben den Eindruck, dass in 30er-Zonen zu schnell gefahren wird. Auch den BA Sendling-Westpark erreichen immer wieder entsprechende Hinweise und Beschwerden. Um Rasern Einhalt zu gebieten, werden vielerorts sogenannte Dialog-Displays eingesetzt: Fährt man zu schnell, guckt der Smiley traurig – fährt man langsam genug, dann lacht er.

In München hat das KVR von September 2018 bis Juni 2020 einen entsprechenden Pilotversuch durchgeführt.

Weil dem BA 7 die heuer im Frühjahr übermittelten Aussagen zu den Ergebnissen zu pauschal waren, haben die Lokalpolitiker die Rohdaten für ihren Bezirk angefordert – und diese selbst ausgewertet.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

BA Sendling-Westpark zieht eigenes Fazit über Pilotversuch mit Dialog-Displays in Tempo 30 Zonen

In Sendling-Westpark wurde an zwei Standorten gemessen (siehe Kasten).

In den ersten zwei Wochen wurde die Anzeige des Displays verdeckt, dann für vier Wochen offen angezeigt und dann wieder für zwei Wochen verdeckt. Im März dieses Jahres legte das inzwischen zuständige Mobilitätsreferat (MOR) dem BA die Ergebnisse für den gesamten Pilotversuch vor.

„Im Wesentlichen wurde gesagt, dass mit Display insgesamt durchschnittlich nur ein bis zwei Kilometer pro Stunde langsamer gefahren wurde“, sagt BA-Chef Günter Keller (SPD).

BA Sendling-Westpark Viertel-Chef Günter Keller (SPD)
Sendling-Westpark Viertel-Chef Günter Keller (SPD) © privat

Weil es der BA für sein Viertel genauer wissen wollte, hat die örtliche Initiative „Verkehrsfakten“, der auch Günter Keller angehört, die Daten akribisch ausgewertet.

Die Ergebnisse würden deutlich zeigen, dass der Einsatz der Displays zu einer Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeit führt. „Man erkennt auch klar, dass wieder schneller gefahren wird, wenn die Anzeige der Dialogdisplays wieder ausgeschaltet wurde“, sagt Keller.

Einsatz von Dialog-Displays in Tempo 30 Zonen in Hinterbärenbadstraße und Siegenburgerstraße

Obwohl in der Hinterbärenbadstraße Tempo 30 ohnehin weitgehend eingehalten wurde, so hätten die Displays trotzdem Wirkung gezeigt: Während der Anzeige hätten pro Werktag circa 240 Fahrzeuge weniger das Tempo 30 überschritten als ohne Anzeige. Und pro Werktag hätten mit Display etwa 50 Autos weniger die Verwarnungs-relevante Schwelle von 38 Stundenkilometern überschritten als ohne Anzeige.

In der Siegenburgerstraße sei der Effekt der Displays noch deutlich stärker zu erkennen gewesen. Und ihr Einsatz hätte eine zusätzliche Erkenntnis gebracht: „Die Displays messen nicht nur Geschwindigkeiten, sondern erfassen auch die Anzahl der Fahrzeuge. Wir hatten schon lange die Vermutung, dass die Straße als Schleichweg für Autofahrer von der Lindauer Autobahn genutzt wird, konnten das aber nie beweisen.“

Im Versuchszeitraum wurde dort zufällig eine Ampel in Betrieb genommen. Unmittelbar danach hatte sich die Zahl der Autos halbiert.

Kellers Fazit: „Die von den Displays erfassten Verkehrsdaten sind für die lokale und städtische Verkehrsplanung von Bedeutung.“ Außerdem hätten die Displays mehr Wirkung als Blitzer, „deren Standort nach fünf Minuten im Radio zu hören ist“.

Künftig kommen in München Dialog-Displays dauerhaft zum Einsatz. Vorerst soll jeder Bezirk ein paar bekommen. Keller kündigte bereits an, dass Sendling-Westpark auch an weiteren interessiert wäre, falls andere Bezirke keines möchten.

Mess-Standorte

In Sendling-Westpark wurde an zwei Standorten jeweils knapp zwei Monate lang im Frühjahr gemessen. In der Hinterbärenbadstraße gab es von März bis April 2019 je eine Messstelle östlich und westlich der Fernpaßschule in Fahrtrichtung zur Schule. In der Siegenburger Straße wurden zwei Displays von März bis April 2020 auf Höhe der Hausnummern 13 und 27 aufgestellt, erfasst wurde in Richtung Landaubogen. 

Mit dem Hallo München-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten aus der Isar-Metropole informiert.

Auch interessant

Kommentare