Ein Mann ist in Sendling-Westpark zusammengebrochen – Schulsanitäter retteten sein Leben

Die Engel aus dem Westpark

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Fit in erster Hilfe. Bjarke Hoyem, Rosa Hoyem und Martin Lucke (v.l.) üben regelmäßig, wie man im Notfall handeln muss. Sie griffen beherzt ein und retteten einem Mann das Leben.

Bjarke, 15, Rosa, 15, und Martin, 14, sind echte Schutzengel: Die drei Jugendlichen haben einem Mann das Leben gerettet. Als sie auf der Straße am Rande des Westparks beobachten, wie er zusammenbricht, reagieren sie sofort und reanimieren ihn. Wie es dem Mann heute geht und was die Teenager selbst zu ihrer Tat sagen, lesen Sie hier.

Der Tag, an dem die Geschwister Bjarke und Rosa Hoyem, beide 15, sowie Martin Lucke, 14, zu Schutzengeln wurden, begann kurioserweise mit einem Erste-Hilfe-Kurs. Die drei machten beim Arbeiter-Samariter-Bund in Sendling-Park eine Ausbildung zum Schulsanitäter – und retteten nur wenige Minuten nach dem Lehrgang einem Mann das Leben. „Es war der dritte Kurstag“, erinnert sich Rosa. „Wir fuhren gerade mit dem Radl weg und überlegten, ob wir noch was machen sollen.“ Dann sahen sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite drei Männer, teilweise augenscheinlich berauscht.

„Plötzlich ist einer umgekippt. Er lag am Boden und ist nicht mehr aufgestanden“, erzählt Martin. Sofort fahren die Jugendlichen zu der Unfallstelle. Eine Frau ist schon dort. Sie ruft den Notarzt, ist aber zu aufgeregt, um weiter einzugreifen. Einer der Begleiter versucht zwar, erste Hilfe zu leisten. Doch es klappt nicht richtig. Zum Glück reagieren die Schüler geistesgegenwärtig. „Wir haben geschaut, ob er atmet“, erinnert sich Martin. Macht der Kranke nicht. Sofort radelt Bjarke zurück zum Arbeiter-Samariter-Bund, um dort weitere Hilfe zu holen. Martin beginnt gleichzeitig mit der Reanimation. Beim Beatmen hilft der Freund des Mannes. „Irgendwann hat der Ohnmächtige wieder angefangen zu röcheln“, erinnert sich

Martin. Kurze Zeit später sind der BRK-Rettungswagen und Helfer vom Arbeiter-Samariter-Bund da. Sie bringen den Verletzten ins Krankenhaus. Eine Woche später wird der Mann wieder entlassen – ohne bleibende Schäden.

Bjarke, Rosa und Martin hatten danach keinen Kontakt mehr mit ihm. „Aber der Freund hat sich gleich am Ort noch überschwänglich bedankt“, erzählt Rosa. Langsam realisierten die jungen Helfer, was sie gerade geschafft haben. „Wenn so etwas passiert denkt man gar nicht nach, da macht man einfach alles intuitiv“, sagt Bjarke. „Danach waren wir aber schon ein bisschen am Zittern.“ Erst als die Sanitäter zur Sicherheit ihre Hände desinfizierten und ihnen danach den Krankentransportwagen zeigten, kamen die Jugendlichen wieder zur Ruhe.

Später gab es viel Lob für die Schüler. Der Arbeiter-Samariter-Bund hat sie jetzt sogar mit einer Ehrennadel ausgezeichnet. Noch immer üben die Teenager dort regelmäßig erste Hilfe zu leisten. Inzwischen sind sie ausgebildete Schulsanitäter am Pasinger Max-Planck-Gymnasium und haben rund vier Einsätze pro Monat. Ein so schwerer wie die Reanimation war nicht mehr dabei. Sollten sie aber noch einmal in so eine Situation kommen, steht für Bjarke, Rosa und Martin fest: Sie werden wieder helfen. Wenn sie unterwegs sind haben sie oft Handschuhe und eine Beatmungsfolie dabei. Sie wollen bereit sein, wenn wieder Schutzengel gebraucht werden. Claudia Schuri

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