Große Wohnhäuser werden gebaut und marode Gebäude saniert – 2023 soll alles fertig sein

Hier gibt’s eine neue „Alte Heimat“

Die „Alte Heimat“ verändert ihr Gesicht: Es sind große Neubauten und Sanierungen geplant.

Die „Alte Heimat“ in Laim soll zur neuen Heimat werden. Die Siedlung wird bis zum Jahr 2023 saniert und nachverdichtet. Sowohl der Bezirksausschuss als auch der Kommunalausschuss haben jetzt den Plänen zugestimmt. Doch nicht alle sind überzeugt davon.

Durch Neubauten und Aufstockungen entstehen hunderte zusätzliche Wohnungen, außerdem werden bestehende Gebäude erweitert und saniert. 2023 soll alles fertig sein, voraussichtlicher Baubeginn ist 2018. Dann wird auf dem Parkplatz an der Hans-Thonauer-Straße ein Wohnhaus mit zwölf barrierefreien Wohnungen sowie einer Kindertagesstätte und einer Tiefgarage errichtet. Zeitgleich werden neben dem derzeitigen Alten- und Servicezentrum (ASZ) Laim zwei Wohnhäuser mit insgesamt 76 behindertengerechten Wohneinheiten gebaut. Dort ist außerdem ein integrierter Quartierstreff geplant, der ein Treffpunkt und Veranstaltungsort für die Bewohner der Alten Heimat und ein Ausgleich zum ASZ-Laim werden soll. Dieses wird künftig in das Bebauungsplangebiet Westend/Zschokkestraße verlegt.

Vorab gab es bei den Bürgern Proteste gegen den Abriss des bestehenden ASZ. In der Bürgerversammlung wurde ein Antrag zum Erhalt gestellt. Den lehnte die Stadt aber mit dem Hinweis ab, dass das Gebäude die Charakteristik der parkartigen Innenhöfe negativ beeinflussen „und die Wohnqualität im östlich angrenzenden Neubau beeinträchtigen“ würde.

Immerhin einen Erfolg konnten die Bürger erzielen: Der Stifterbrunnen bleibt erhalten. Er soll nach Abschluss der Bauarbeiten am neuen Quartiersplatz wieder aufgestellt werden. Der Brunnen erinnert an die Geschichte der „Alten Heimat“. Anlässlich der 800-Jahr-Feier der Stadt München wurde im Jahr 1958 eine Stiftung gegründet. Diese ermöglichte es Münchnern, die während des Bombenkriegs evakuiert wurden, in die Stadt zurück zu kommen – in das Viertel Alte Heimat.

Inzwischen sind dort viele Gebäude in einem maroden Zustand, einige werden abgerissen. Die Wohnbaugesellschaft GEWOFAG bietet den Bewohnern vergleichbare Wohnungen in den Neubauten oder in anderen Stadtteilen an. Außerdem gibt es Sanierungen, unter anderem wird das Thomas-Wimmer-Haus renoviert. In dem achtstöckigen Haus leben viele ältere Menschen. Größtenteils hatten sie bis jetzt kein eigenes Badezimmer, sondern mussten die Gemeinschaftsbäder nutzen. Das soll sich ändern: Die Wohnungen werden anders geschnitten, dadurch entsteht Platz für Individualbäder.

Im Bezirksausschuss gibt es jedoch auch kritische Stimmen zu den Planungen: „Unsere Einwände wurden gar nicht beachtet“, sagt Anette Zöllner (CSU), Vorsitzende des Unterausschusses Bauen. Sie stört unter anderem, dass zu wenige Parkplätze eingeplant seien und zu viele Bäume gefällt werden müssten. „Dass der Gesamtcharakter des Viertels erhalten bleibt, bezweifle ich“, sagt sie. Die Architektin befürchte außerdem, dass wegen der starken Nachverdichtung Probleme entstehen könnten: „Die Baumasse ist einfach viel zu groß.“ C.Schuri

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