Rollt die Gewaltwelle an?

Anwohner in der Blumenau haben nach einer Messerstecherei Angst vor einem Bandenkrieg

Blumenau Die Anwohner rund um die Terofalstraße rechnen mit dem Schlimmsten: „Das kann jeden Tag eskalieren“, fürchtet Dejan Schütze. Seit der Türke Eftal K. (24) auf offener Straße bei einer Messerstecherei zwischen zwei zerstrittenen Jugendgruppen starb, erwarten viele Nachbarn in der Blumenau weitere Übergriffe. „Ich glaube, da kommt noch viel Gewalt auf uns zu“, sagt Schütze, der Eftal K. aus der Nachbarschaft kannte. Mit dieser Befürchtung ist er nicht allein. Die Polizei will einen Rachefeldzug der türkischen Clique um Eftal K. verhindern. Deshalb zeigt sie nach der Schlägerei im Viertel Präsenz. Dabei haben die Beamten den mutmaßlichen Täter, einen serbischen Großhandelskaufmann (26), bereits vernommen. Er hatte sich am Pfingstsonntag gegen 18.30 Uhr mit zwei Freunden an der Eisdiele „Gelatok“ in der Terofalstraße getroffen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Plätze vor dem beliebten Café fast alle besetzt. Niemand rechnete damit, dass eine Gruppe junger Türken auf den Serben losgehen würde. Sie waren nach Zeugenaussagen teilweise mit Messern bewaffnet und umzingelten den 26-Jährigen, bis dieser ebenfalls ein Messer zog und zustach. Etliche Kinder in der Eisdiele mussten beobachten, wie Rettungskräfte und ein Notarzt den Schwerverletzten abtransportierten. Hat der 26-jährige Großhandelskaufmann in Notwehr zugestochen, weil er sich bedrängt fühlte? Christina Wührer ist fassungslos: „Eftal war ein freundlicher Mensch. Er würde niemals provozieren.“ Sie wohnte Tür an Tür mit dem jungen Türken. Tränen kullern unter ihrer schwarzen Sonnenbrille hervor, als Wührer einen großen Blumenstrauß und Kerzen an einer Gedenkstelle für den Getöteten ablegt. „Ich kann gar nicht glauben, dass Eftal zu einer Bande gehörte. Der traf sich hier ab und zu nur mit seinen Freunden im Eiscafé.“ Auch Dragan Gacic ist an den Ort der Massenschlägerei gekommen. An der Stelle, wo der 24-jährige Eftal K. schwer verletzt und blutend zusammenbrach, liegen jetzt Blumen, Kerzen und Trauerbriefe. Gacic kann die Tat nicht begreifen: „Eftal war ein netter, freundlicher Mann. Ich glaube nicht, dass er den Streit provoziert hat.“ Er hofft jetzt, dass sich die Situation in der Blumenau wieder beruhigt. „Ich habe keine Angst, aber für mich steht fest, dass der Täter bestraft werden muss. Dafür ist aber ganz klar die Polizei zuständig.“ Christina Jackson

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