BA Sendling-Westpark

Radau im Heckenstallerpark

Den Basketball-Platz im Heckenstallerpark möchten einige Anwohner wieder loswerden. Sie klagen über nächtliche Lärmbelästigungen durch Jugendliche.
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Den Basketball-Platz im Heckenstallerpark möchten einige Anwohner wieder loswerden. Sie klagen über nächtliche Lärmbelästigungen durch Jugendliche.

Sendling-Westpark: Es ist zu laut, finden die Anwohner am Heckenstallerpark. Die Polizei will deshalb noch mehr Präsenz zeigen.

Eine grüne Oase der Ruhe sollte der Heckenstallerpark sein. „Das Gegenteil ist der Fall – es ist die Hölle!“, beschwerte sich Anwohner Erich Huber (Name von der Redaktion geändert) beim Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark.

So schön wird der Heckenstaller Park

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Wie soll die Begrünung aussehen? Andreas Herrmann (rechts) vom Baureferat erklärt den BA-Mitgliedern, was geplant ist.
Wie soll die Begrünung aussehen? Andreas Herrmann (rechts) vom Baureferat erklärt den BA-Mitgliedern, was geplant ist. © cla
Wie soll die Begrünung aussehen? Andreas Herrmann (rechts) vom Baureferat erklärt den BA-Mitgliedern, was geplant ist.
Wie soll die Begrünung aussehen? Andreas Herrmann (rechts) vom Baureferat erklärt den BA-Mitgliedern, was geplant ist. © cla
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Schön sei es jetzt , ein Segen – so wurde BA-Chef Günter Keller (SPD) im Münchner Merkur zitiert. Huber, seine Frau Regina und weitere Anwohner sind da anderer Meinung. Sie könnten nachts nicht schlafen wegen dem Lärm. „Auf dem Basketball-Platz wird auch zu später Stunde gespielt, schließlich ist der Park die ganze Nacht beleuchtet“, regt sich Regina Huber auf. Auch von dem Spielplatz sind die Anwohner nicht begeistert, vor allem die metallene Rutsche ist ihnen ein Dorn im Auge. „Kinderlärm hin oder her. Aber wenn sich dort dann nachts trinkende Jugendliche rumtreiben und permanent gegen die Rutsche hauen, dann geht das zu weit“, findet das Ehepaar Huber.

Während der Sitzung erntete es heftige Zustimmung von den anwesenden Bürgern, mehrmals fiel der Hinweis, dass da ja auch noch die Sache mit den Drogen sei. „Vor meiner Haustür wurde ich gefragt, ob ich Stoff brauche“, regt sich Erich Huber auf. „Nein, habe ich gesagt! Ich brauche einfach nur meine Nachtruhe!“ Seinen richtigen Namen will das Ehepaar nicht in der Zeitung sehen, denn eine Nachbarin sei von jungen Männern sogar bedroht worden.

„Wir wollen nicht als Querulanten dastehen, aber man muss doch auf die Anwohner Rücksicht nehmen“, findet Regina Huber. Verschiedene Vorschläge zu einer Verbesserung der Situation hätte sie: „Wir wünschen uns, dass die Polizei mehr Präsenz zeigt. Außerdem soll der Basketballplatz weg. Oder man bringt größere Tafeln an, auf denen steht, dass ab 22 Uhr Ruhe zu herrschen hat – vielen von denen ist das wahrscheinlich gar nicht bewusst. Oder man bringt eine Lärmschutzwand an.“

Polizei versucht zu vermitteln

Auf der zuständigen Polizeiinspektion (PI) 15 ist das Problem bekannt. „Wir werden den Park jetzt noch intensiver als bisher überwachen“, sagt Robert Rieger, ein Sprecher der PI. Man werde vermehrt Streifen vorbeischicken und auch die Jugendbeamten werden noch präsenter vor Ort sein. „Man muss mit diesen Cliquen reden und Verständnis für die Anwohner wecken“, erklärt Rieger. Außerdem sei regelmäßig die ehrenamtliche Sicherheitswacht vor Ort und unterstütze die Polizei präventiv mit den Gesprächen, die sie mit den Jugenlichen führt. „Das Lärmempfinden ist subjektiv, das ist das Problem. Lärm bedeutet nicht automatisch Ordnungswidrigkeit“, erklärt Rieger. Und ein Spielplatz sei nunmal zum Spielen da und mit Lärm verbunden.

Günter Keller erklärte in der BA-Sitzung, dass er noch immer zu seiner Aussage im Merkur stehe. Hubers widersprechen dem. Früher wäre die Situation bei weitem nicht so schlimm gewesen wie jetzt. Am liebsten würden sie sich den Park weg- und den Ring wieder herwünschen. „Wir hoffen eigentlich jeden Tag, dass es regnet, damit sich keiner im Park aufhalten mag und wir unsere Ruhe haben“, sagt Regina Huber.
dbo

Heckenstallerpark

Seit August 2017 ist der Heckenstallerpark in Sendling-Westpark für die Öffentlichkeit zugänglich. Der 27 500 Quadratmeter große Park entstand auf der Fläche über dem 2015 eröffneten Heckenstallertunnel. Der Park ist etwa 570 Meter lang und zwischen 40 und 70 Metern breit und erstreckt sich zwischen der Höglwörther und der Passauerstraße. Im zentralen Bereich befindet sich ein Spielplatz, eine Basketballfläche, Tischtennisplatten und Klettermöglichkeiten.

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