O'zapft ist! Die Lieblingsplatzal der Münchner Promis

Lieblingsmomente des Oberbürgermeisters

Christian Ude liebt es rasant. „Ich bin ein leidenschaftlicher Fahrer der Wilden Maus.“ Und keine seiner Wiesnbegleitungen – egal wie wichtig oder prominent – komme um eine Fahrt auf der familienfreundlichen Achterbahn herum: „Sogar der Bürgermeister von Edinburgh musste mit – das ist der Preis, den man für eine persönliche Wiesn-Führung zahlen muss“, scherzt das Stadtoberhaupt, dessen Leidenschaft für das Fahrgeschäft aus der Kindheit rührt. Sonst habe es ihn als Bub am meisten gefreut, schadenfroh am Toboggan zuzuschauen, wie die jungen Damen purzelten. Aber als Oberbürgermeister hat er andere Verpflichtungen – wie das Anzapfen, dessen Gelingen ihm auch nach 16 Jahren noch sehr viel bedeutet. Doch es ist die Tradition, mit der er im Bräurosl-Zelt begrüßt wird, die ihn am meisten bewegt: „Dann verteilen die Blechbläser sich immer auf die verschiedenen Emporen und spielen ,Il Silentio‘“, erklärt er. „Das jagt mir immer wieder einen Schauer über den Rücken.“ Maren Kowitz "Ich dirigiere gern den Kaiserjäger" Sie ist das Gesicht der Wiesn – Tourismus-Chefin Dr. Gabriele Weishäupl. „Wiesn ist für mich der emotionale Höhepunkt des Jahres“, sagt die 62-Jährige. Und während der 16 Tage gibt es noch einen ganz besonderen Moment für sie: „Beim traditionellen Standkonzert der Wiesn-Kapellen am mittleren Wiesn-Sonntag vor der Bavaria darf ich als Festleiterin die rund 300 Wiesn-Musiker dirigieren“, freut sie sich. Am Fuße der Bavaria liegt ihr Lieblingsfleckerl – mit der Alten Messe im Hintergrund und der Wiesn davor. Doch nicht nur die Kulisse, auch die Musik begeistert sie. „Ich liebe den ,Kaiserjäger Marsch‘, der unter meiner Leitung von dieser gigantischen Kapelle gespielt wird.“ Das Finale des traditionsreichen Ereignisses rührt die Wiesn-Chefin am meisten: „Wenn am Schluss des Konzerts die Bayernhymne erklingt, und tausende bunte Luftballons in den weiß-blauen Himmel steigen, dann geht mir in diesem besonderen Moment das Herz auf.“ Münchner Kindl: Täglich auf dem Teufelsrad Heuer kann das Münchner Kindl nur zeitweise über die Wiesn wachen. „Mein Studium in Wien beginnt, also kann ich leider nur an den Wochenenden da sein“, erklärt Stefanie Krätz. Diese will die 19-Jährige aber voll ausnutzen: „Dann gehe ich mit meinen Freunden in die Zelte, aber an den Schießständen werde ich wohl nicht ohne einen kleinen Zwischenstopp vorbeikommen.“ Als kleines Mädchen hatte Steffi aber noch eine andere Wiesn-Leidenschaft: „Früher bin ich jeden Tag mit meiner Schwester zum Teufelsrad, und wir haben dort Hula Hoop getanzt – das hat riesig Spaß gemacht, war aber auch ganz schön schwer.“ Schwester Julia habe dabei sogar eine Narbe davongetragen, die man heute noch sieht. „Ich mach es trotzdem noch gerne ab und zu – nur Hula Hoop tanze ich jetzt nicht mehr“, so die Tochter von Hippodrom-Wirt Sepp Krätz. "Am schönsten ist es dort, wo man eingeladen ist" Er kennt die Wiesn wie kein anderer und ist selbst nicht mehr wegzudenken. Der ehemalige Wiesnwirte-Sprecher Richard Süßmeier und legendäre Wirte-Napoleon. Doch heutzutage ist seine Einstellung zum Oktoberfest eher pragmatisch: „Mein Lieblingsplatz ist immer da, wo ich eingeladen werde“, scherzt der 79-Jährige, der von 1958 bis 1984 das Armbrustschützenzelt führte. „Und am allerschönsten ist es, wenn die Musik Pause macht“, findet der Grünwalder, „ich find es schöner, wenn man sich im Zelt gescheit unterhalten kann.“ Dementsprechend sitzt Süßmeier auch gerne noch länger, nachdem die Musik aufgehört hat zu spielen: „Da lässt sich der Abend besonders gut ausklingen.“ Hoch hinaus! Moni Gruber mag’s luftig Kabarettistin Moni Gruber, langjährige BR-Wiesnkorrespondentin, ist eine treue Seele: „Das Schönste an der Wiesn ist, dass ich jedes Jahr dieselben Leute wieder treffe: Schankkellner, Bedienungen und Schausteller.“ Und was sie auch auf keiner Wiesn auslässt: „Eine Fahrt mit dem Riesenrad – das hat man die beste Aussicht über München.“ Aber nicht nur die optischen Reize begeistern sie: „Ich mag auch die Geräuschkulisse und die vielen Gerüche.“ Ihr persönlicher Lieblingsplatz: „Tagsüber draußen im Biergarten, und abends sitze ich besonders gern auf der Empore im Hacker-Zelt und schaue runter auf das Party-Treiben.“ "Seit 50 Jahren liebe und lebe ich Wiesn" Herzlmaler Michael Schifferl: „Im Jahr 1959 durfte ich mit meinen zwei Monaten das erste Mal die Wiesn besuchen – und das gleich für 16 Tage, denn meine Eltern standen das erste Mal auf der Wiesn, mit einem Schießstand. Ab da hieß es für mich jedes Jahr 16 Tage auf der Theresienwiese. So lange liebe und lebe ich die Wiesn. Als Bub mit vier Jahren ( Foto) habe ich geholfen oder war bei den Schiffschaukeln. Richtig toll wurde es so ab einem Alter von sechs Jahren, denn da waren die Kinderkarusselle nicht mehr cool genug für mich, und meine Eltern suchten mich täglich im Teufelsrad oder im Rotor, wo natürlich alle Schaustellerkinder zu finden waren. Mein Vater Xaver ist leider vor acht Jahren verstorben, aber meine Mutter Rosa durfte heuer ihren 80. Geburtstag feiern – und kommt mit ihrem Schießstand zum 50. Mal auf die Wiesn. Ich hatte heuer meinen 50. Geburtstag und bin seit genau 30 Jahren mit meinem eigenen Geschäft auf der Wiesn – erst auch mit einer Schießbude, mittlerweile mit der Herzlmalerei.“ Schichtl – so wie es früher war Am liebsten ist Peter Reichl (re.), Pressesprecher des Polizeipräsidiums München, beim „Schichtl“. „Ich kenn’ den Manfred Schauer persönlich und finde, es ist ein super Traditionsgeschäft.“ Oft steht Reichl nur davor und lässt sich begeistern, wie der Schichtl sein Programm anpreist. „Da kann es schon einmal passieren, dass ich eine halbe Stunde stehenbleibe.“ Für ihn ist das Theater beim Schichtl ein wohltuender Unterschied zum Rest der Wiesn. „Sonst gilt da ja höher, größer und schneller“, sagt Reichl. Der Schichtl sei ein Stück Oktoberfest wie es früher war. "Ois is schee an unserer Wiesn" Der gebürtige Münchner Max Spiegl (Foto mit Frau Rita) ist Autor der Buchserie „Uns Münchner wenns ned gaab“, Initiator vom „Münchner Herz“, Mitautor des Bestsellers „D’Wiesn“ und begeisterter Wiesn-Liebhaber: „Grundsätzlich möcht ich sagen: Ois is schee an unserer Wiesn. Schon die Vorfreude, und wenns dann so weit ist, der erste Anblick, die ersten Standln, die Buden, die Festzelte und die ganze Schaustellerei. Alles zusammen einfach. Man darf die Wiesn ned bloß mit den Augen sehen. Man muss mit offenem Herzen auf und durch d’Wiesn gehen. Natürlich ist’s in einem der Festzelte oder auch in der kleineren Wiesn-Gastronomie mit einer frischen Maß, einer schönen Brotzeit oder sonst einem Wiesn-Schmankerl, mit netten Leuten am Tisch einfach schee. Aber auch ein Wiesnbummel mit all seinen großen und kleinen Attraktionen, die obligate Fahrt mit der Krinoline, dem Riesenrad, ein Besuch beim Teufelsrad oder beim Schichtl – das gehört einfach dazu. Und was die Fahrgeschäfte und sonstigen High-Tec-Sensationen betrifft, die soll die Jugend genießen.“ "München zeigt, wie sehr es sich freut" „Das Schönste an der Wiesn ist der Weg dorthin“, findet Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid, der nach seiner Blutvergiftung („Hallo München“ berichtete) wieder mit Krücken gehen kann: „Es ist ganz toll beim Einzug in der Kutsche zu sitzen und zu merken, wie sehr sich die ganze Stadt auf die Wiesn freut“, sagt der 63-Jährige. „Ich bin immer wieder beeindruckt von den Tausenden, die an der Straße stehen und jubeln.“ Bedienungen stehen Spalier Für die Wiesnwirte-Familie Steinberg ist der Einzug ihr Lieblingsmoment: „Wenn wir aus der Kutsche aussteigen, stehen 130 Bedienungen Spalier und klatschen“, sagt Günther Steinberg (re.), „dann geht erst die Blasmusik ins Zelt und wir nach – das ist ein sehr feierlicher Moment“. Fast ebenso schön wie der Beginn der Wiesn ist für die Wirte des Hofbräu-Zeltes aber auch der letzte Abend, wenn sie gegen 22 Uhr alle auf die Bühne gehen. „Dann kommen noch mal die schönsten Lieder, im ganzen Zelt funkeln Wunderkerzen und die Bedienungen stehen auf den Tischen und winken mit den Tischdecken“, erzählt Tochter Silja Schrank-Steinberg (2.v.li.): „In diesem Moment kommen uns allen immer wieder die Tränen, weil es so schön ist, aber auch weil es vorbei ist.“

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