Unschöne Aussichten

Wir wohnen mitten im Kindergarten

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Sie haben Angst, dass es in Zukunft laut werden könnte: Die Anwohner Hans Viehweg, Dietlinde Birnkraut und Elisabeth Reinl (von links).

HADERN An der Gelbhofstraße entsteht eine Kita – zu nah an den Wohnungen, bemängeln die Anwohner.

Eine neue Stahltreppe bestimmt die Aussicht vom Balkon. Daneben entsteht ein Spielplatz für die Kinder. Nur zwei von vielen Veränderungen, über die sich die Anwohner ärgern.

Früher begannen Hans Viehweg (67) und seine Lebensgefährtin Elisabeth Reinl (68) ihren Tag gerne mal mit einem gemeinsamen Frühstück auf ihrem Balkon. Doch daran ist seit etwas über einem Jahr nicht mehr zu denken. Direkt vor ihrer Eigentumswohnung an der Gelbhofstraße in Großhadern wird kräftig gebaut. Dort entsteht eine neue Kindertagesstätte.

Nicht einmal zwei Meter trennen die Häuser. Der Zaun direkt vor dem Balkon ist neu.

Eigentlich eine gute Sache. Wäre die Kita nicht direkt vor dem Balkon der beiden – und würden deren Spielplätze nicht die komplette Wohnung umschließen. Egal, aus welchem Fenster man auch schaut: Der Blick fällt immer auf die Einrichtung oder ihre Spielplätze.

Hinzu kommt, dass sich das Gebäude nicht einmal zwei Meter vom Balkon der beiden entfernt befindet. Viehweg und Reinl wohnen also quasi mitten im Kindergarten. „Ich verstehe nicht, wie sowas genehmigt werden konnte“, sagt der 67-Jährige. „Wieso dürfen sie uns sowas direkt vor die Nase bauen?“

Dietlinde Birnkraut wohnt ebenfalls in dem Haus an der Gelbhofstraße – nur ein Stockwerk tiefer. Und auch sie ist vom Bau der Einrichtung betroffen. Direkt vor ihrem Balkon – nur wenige Zentimeter entfernt – verläuft seit Kurzem ein Gitterzaun, der Kita und Wohnhaus trennt. „Wenn ich auf dem Balkon stehe, sehe ich vor mir überall nur Gitter. Ich fühle mich wie im Gefängnis“, sagt die 75-Jährige.

Der Blick aus dem Schlafzimmer geht direkt auf den Spielplatz mit Holzhäuschen.

Derzeit ist es der Lärm der Bauarbeiten, den die Anwohner täglich hören. In Zukunft könnten es die spielenden Kinder sein – das befürchten zumindest die Bewohner an der Gelbhofstraße.

Dabei beteuern alle drei, dass sie nichts gegen Kinder haben. „Kinder müssen spielen und toben dürfen“, sagt Viehweg. Das einzige, was sie bemängeln: Der Platz vor ihrem Haus sei einfach zu klein – und deshalb nicht der richtige für eine Kindertagesstätte. rfe

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