Hackerbrücke

Nein zur Fahrradstraße: KVR lehnt Vorschlag für die Hackerbrücke ab

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So viel Platz wie hier haben die Radler selten auf der Hackerbrücke. Doch eine Fahrradstraße wird es wohl nicht geben.

Ludwigsvorstadt: Es ist eng auf der Hackerbrücke. Nur 3,30 Meter sind die beiden Fahrspuren breit, die sich Radfahrer und Autofahrer miteinander teilen.

Es ist eng auf der Hackerbrücke. Nur 3,30 Meter sind die beiden Fahrspuren breit, die sich Radfahrer und Autofahrer miteinander teilen. Für Radler sei das gefährlich, da Autos sehr nah überholen und zudem häufig die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde nicht einhalten würden, befand der Bezirksausschuss (BA) Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt vor rund einem Jahr. Das Gremium stimmte einem Antrag der Grünen-Fraktion zu, wonach die Hackerbrücke und die angrenzende Grasserstraße in Fahrradstraßen umgewandelt werden sollen. Auch der BA Schwanthalerhöhe forderte 2016 auf der Hackerbrücke entweder Fahrradspuren einzurichten oder sie zur Fahrradstraße zu erklären.

Doch daraus wird nichts. Denn für Fahrradspuren reicht laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) der Platz nicht aus. Eine Fahrradstraße wiederum sei nicht möglich, da zu viele Autos die Brücke nutzen. Auf einer Fahrradstraße dürfen grundsätzlich nur Radler fahren, mit einem Zusatzzeichen kann die Strecke aber auch für Kraftfahrzeuge freigegeben werden. Radfahrer haben aber immer Vorrang und dürfen nebeneinander fahren.

Auf der Hackerbrücke sind laut einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2016 in den Zeiten zwischen sechs und zehn Uhr und zwischen 15 und 19 Uhr rund 3800 Radfahrer unterwegs. Im Vergleich zur letzten Zählung aus dem Jahr 2012 hat der Radverkehr mit 1700 zusätzlichen Radlern stark zugenommen. Täglich fahren auf der Brücke aber auch 9500 Autos. In den Spitzenzeiten morgens und abends sind es stündlich zwischen 770 und 800 Fahrzeuge. Fahrradstraßen können aber laut KVR nur in Erschließungsstraßen mit einer maximalen Belastung von 400 Fahrzeugen pro Stunde errichtet werden. Diese Vorgaben sind nicht erfüllt. Ein weiteres Hindernis sieht die Behörde darin, dass die Hackerbrücke gar nicht als Erschließungsstraße gilt.

Ganz vom Tisch ist das Thema jedoch noch nicht. Der BA Schwanthalerhöhe hat bereits beschlossen, ein weiteres Mal bei der Verwaltung nachzuhaken, wie die Sicherheit der Radler verbessert werden kann, der BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt beschäftigt sich ebenfalls nochmals damit. Zudem hat im Stadtrat die Fraktion Liberal-konservative Reformer beantragt, dass an der Hackerbrücke Fahrradstreifen markiert werden. Um das Platzproblem zu lösen, solle die Verwaltung prüfen, ob die Brücke zur Einbahnstraße mit dem Zusatz „Radverkehr frei“ gewidmet werden könne.
Claudia Schuri

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